Die Moabiterinnen unterliegen dem Berlinligisten zuhause mit vier Treffern.

Wieder gab es keinen Treffer für das Team der FSV-Frauen, demnach wieder kein Erfolgserlebnis im letzten Test der Vorbereitung. Mit Sterns Zweitvertretung war dabei kein Gegner vom anderen Stern im Poststadion zum Vergleich angetreten, sondern ein Team, das gefühlt selbst noch den eigenen Stil sucht.
Moabit startete mit Sofie Manthe im Tor, die während des gesamten Spiels im Mittelpunkt stand. Sowohl im Spielaufbau – Moabit hatte weitaus größere Spielanteile, überwiegend aber in der eigenen Hälfte – als auch defensiv war die Schlussfrau gefordert und konnte ein ums andere Mal im direkten Duell ein Tor verhindern. Kompliment!
Auf der anderen Seite des Feldes war mit Kira Wöber eine Sturmspitze auf Moabiter Seite aktiv, die die taktischen Anweisungen des Trainerteams sehr gut umsetzte und “viele Bälle einfach klatschen lassen und auch im defensiven Anlaufverhalten ganz viele Ballgewinne eingeleitet hat. Mit ihrer Leistung war ich sehr zufrieden, auch wenn der Punch nach vorne noch etwas gefehlt hat. Besonders gefiel mir aber die Leistung von Judith Mülders, die sich durch intelligentes Spiel offensiv wie defensiv in den Fokus spielen konnte.”, so Trainer Martin Meyer nach der Partie.

Darüber hinaus war das Moabiter Spiel aber von zahlreichen Ungenauigkeiten geprägt, sodass die grundsätzlich dominante Spielanlage nicht zu zählbarem Erfolg führen konnte. Stern nutzte gleich die erste Chance zum Treffer über die linke Seite. Hannah Schmitz traf zum 1:0 ins lange Eck, nachdem sie über links freigespielt worden war (13.). Die Moabiterinnen ließen sich vom Rückstand zunächst nicht beirren und spielten weiter aktiv nach vorne. Letztlich fehlten nach vorne oftmals die nötigen Laufwege, um auch hinter die Sterner Kette zu gelangen. Luana Lorenz und der eingewechselten Isabel Schniepp fehlte nach längerer Abwesenheit bzw. Verletzungspause noch deutlich die Bindung zum Spiel.

Moabit stolpert über eigene Fehler
So wurden nach dem Überspielen der ersten Reihe oftmals die Anschlussaktionen zu hektisch gesucht und einfache Fehlpässe verursacht. Das 2:0 und auch das 4:0 in der zweiten Halbzeit resultierten leider aus eben solchen vermeidbaren Fehlern, als Moabiter Spielerinnen in eigentlich druckfreien Situationen in Bedrängnis angespielt wurden bzw. sich zu spät vom Ball trennten. Das muss man Stern lassen: trotz großer Passivität im Spiel waren die Offensiven um Schmitz und Schröder stets torgefährlich, wenn sie den Ball eroberten.
Der Treffer zum 3:0 war ein wunderbarer Fernschuss von Hannah Schmitz, der der sichtlich überraschten Sofie Manthe im Moabiter Kasten keine Chance ließ.

Was bleibt für Moabit als Erkenntnis? Das Team hat endlich wieder dominanter agiert und das Spiel selbst gestaltet. Der kurzfristige Ausfall von Inga Müller konnte durch Judith Mülders gut kompensiert werden, doch zeigten sich im Verbund aus Viererkette und zentralem Mittelfeld noch zu viele Unsicherheiten im Aufbau. Nahezu komplett wirkungslos waren die vier Außenspielerinnen, lediglich Jessica Graßmann strahlte im weiteren Verlauf über rechts Torgefahr und Lioba Virchow in der Defensive Ruhe aus. Die fleißige Jule Klandt verdiente sich Extrabienchen, verlor allerdings viele eroberte Bälle wieder und konnte sich oder ihre Mitspielerinnen so in der Offensive nur selten in eine gute Abschlussposition bringen. Bange werden muss dem Team vor der kommenden Saison sicher nicht, doch um nach höher hängenden Trauben zu greifen fehlt doch noch einiges. Ein weiteres Jahr im Mittelfeld könnte also drohen.