Im Landesliga-Duell unterliegt der Moabiter FSV verdient nach schwacher Vorstellung mit 0:2 und rutscht in der Tabelle ab. Zahlreiche Verletzungen trüben die Stimmung.

Hektischer Start – Wechsel bringen Unordnung
Mit großen Erwartungen startete das Team von Alexander Wegener und Martin Meyer in die Auswärtsbegegnung. Mit einem Sieg gegen Mariendorf wären die Südberlinerinnen weiter auf Abstand gehalten und der Blick nach vorne möglich gewesen. Wäre, wäre, Fahrradkette…
Mit TT Mausbach im Tor, Jessica Graßmann auf dem Flügel und Annabel Delfs in der Viererkette konnten sich einige neue Gesichter in der Landesliga ausprobieren. Insbesondere Graßmann konnte mit gefährlichen Vorstößen nach vorne im weiteren Spielverlauf überzeugen.
Die erste Halbzeit war (wie auch mit Abstrichen die zweite) kein Mittel zum Anlocken weiterer Zuschauer in Zukunft. Zahlreiche Ballverluste resultierten aus teils kurios anmutenden Versuchen die Kontrolle über das runde Leder zu erlangen. Meyer nach dem Spiel verzweifelt: “Wir haben wirklich feine Fußballerinnen im Team, aber viele haben es heute nicht geschafft, Bälle unbedrängt von den Gegenspielerinnen zur nächsten freien Mitspielerin zu bringen. Die Unruhe im Spiel ist mir unerklärlich und hat Mariendorf klar in die Karten gespielt. Gegen körperlich robuste Teams muss man sauber spielen und Zweikämpfe meiden.”
Wie robust die Gastgeberinnen auftraten, spürten in kurzen Abständen nacheinander Jana Heyde (23.), Sara Allouch (27.) und Malou Linke (38.), die allesamt verletzt ausgewechselt werden mussten. Die sehr zurückhaltende Schiedsrichterin hatte eine klare Linie, ließ viel laufen, konnte aber nach Moabiter Einschätzung nicht ihrer Verantwortung zum Schutz der Spielerinnen gerecht werden. Auch Felizitas Schlechta und Louisa Shtyti beendeten die Partie angeschlagen.

Späte Tore nach Fehlern bringen die Entscheidung – Kovtun und Kirchmaier überzeugen
Die zweite Hälfte brachte wenig neue Erkenntnisse, außer das Moabit fußballerisch das stärkere, im Abschluss aber unglücklichere Team war. Nachdem Iman El Rahal aus spitzem Winkel rechts vorbeischoss, die lauf- und spielstarke Regina Kirchmaier ein ums andere Mal um den verdienten Führungstreffer gebracht wurde und Sara Allouch auch per Fernschuss nicht erfolgreich war, kam es wie befürchtet: ein Ballverlust von Schlechta, die keinen guten Tag erwischte, wurde mit einem eigentlich harmlosen Torschuss bestraft. Keeperin Mausbach wirkte zunächst wie die Ruhe selbst, als sie den Ball passieren ließ, felsenfest davon überzeugt, dieser werde am Tor vorbeigehen. Als dann plötzlich doch das Netz wackelte und Mariendorfs Judith Mohr jubelte, war das Entsetzen groß (80.).
Wenig später, Moabits Aufbegehren hielt sich arg in Grenzen, bestrafte ebenjene Mohr die Moabiter Hintermannschaft erneut. Einer der zahlreichen Abstöße/Abschläge ins Zentrum wurde abgefangen, postwendend nach vorne gespielt und mit einem sehenswerten Heber über die Moabiter Schlussfrau vollendet (89.) – Sack zu, Spiel vorbei.

Schöneberg als nächste Herausforderung

Alexander Wegener war nach dem Spiel enttäuscht: “Heute passte wenig zusammen. Trotz der guten Vorbereitung auf das Spiel und einer ordentlichen Besetzung des Kaders kamen wir nie in die Partie. Lichtblicke haben Regina Kirchmaier und Julia Kovtun geliefert, die in der zweiten Hälfte für viele gute Aktionen sorgten. Jetzt müssen wir ausgerechnet gegen Schöneberg unbedingt siegen, was uns in der Hallensaison nicht gelungen ist.”
Das dicht gedrängte Mittelfeld der Tabelle lässt davon ausgehen, dass sich erst kurz vor Saisonende die Spreu vom Weizen trennt und so muss das Moabiter Team die zuletzt schwankenden Leistungen stabilisieren, bestenfalls natürlich dabei die positiven Beispiele als Vorbild nehmen.