“Am Ende hat es sich doch noch gelohnt, so früh aufzustehen”, resümierte Jana Heyde nach Turnierschluss. Bereits früh morgens, wenn die meisten Berlinerinnen noch gemütlich die nächste Tiefschlafphase einläuten, sammelte sich das Moabiter Team im entlegensten Winkel Berlins – Lichterfelde war an diesem Samstag nur bedingt eine Reise wert.

Die Kadernominierung gestaltete sich zu Jahresbeginn etwas schwierig, sodass am Ende lediglich sechs Spielerinnen den Weg in Berlins Südwesten antraten – aus beiden Frauenteams wohlgemerkt.
Das Teilnehmerfeld war hingegen gespickt von gut besetzten Teams, allen voran die Frauen von Berlinligist Türkiyemspor Berlin, angereist als haushohe Favoritinnen um Budenzauberin Aylin Yaren.
Die weiteren Teams stellten der 1. FC Schöneberg, Berliner TSC, BSC Rehberge sowie der FC Nordost. Die besondere Verbundenheit von Trainer Alexander Wegener zum erstgenannten Team versprach ein spannendes “Derby” im vierten Spiel.

Nach der kurzfristigen Absage von Keeperin “TT” improvisierte der Moabiter FSV und rotierte auf der Torhüterposition. So kamen Katharina Frey und Joy Guobadia zu dieser unverhofften Ehre und machten ihre Sache wirklich gut.

Auftaktniederlage gegen Türkiyemspor, Enttäuschung gegen Nordost
Gleich zu Beginn sollte es also gegen die Favoritinnen aus Kreuzberg gehen und Türkiyemspor zeigte gleich, wie der weitere Turnierverlauf aussehen sollte. Dominantes Ballbesitzspiel und ständige Gefahr vor dem gegnerischen Tor waren angesagt. Die Moabiter Verteidigungsleistung war, an den weiteren Turnierergebnisse gemessen, hervorragend – kein Team kassierte weniger Gegentore, immerhin.
Nach dem 0:2 zum Auftakt erwartete das Trainerteam gegen Nordost ein offensiveres Auftreten. Der fromme Wunsch ging leider nicht in Erfüllung, Nordost zeigte sich abgeklärt und nutzte den einzigen Fehler im Spielaufbau der Moabiter Mannschaft zum Siegtreffer.

Unachtsamkeiten kosten wertvolle Punkte
Den enttäuschenden Auftakt wollte das Team nicht auf sich sitzen lassen und zeigte gegen den Berliner TSC eine couragierte Leistung und kam zu eigenen Chancen. Zwei nahezu identische Abspielfehler im Spielaufbau sorgten letztlich für eine 2:1-Niederlage. Joy Guobadia überzeugte im Tor und rettete zweimal stark im eins gegen eins. Immerhin konnte Katharina Frey zusätzlich den ersten Turniertreffer für Moabit erzielen und auch im zweiten Turnier nach dem Wechsel ins Poststadion treffen.
Das “Derby” gegen Schöneberg war ein hart umkämpftes Spiel und Moabit zog auch hier knapp den Kürzeren. Nachdem Jana Heyde zwei gute Chancen nicht verwerten konnte, nutzte Schöneberg erneut die einzige Unachtsamkeit und sicherte sich so die drei Punkte.

Starke Leistung bringt versöhnlichen Abschluss
Beherzt war der abschließende Auftritt gegen den BSC Rehberge. Von Anfang an dominierte Moabit die Partie, spielte einen geduldigen aber zielstrebigen Aufbau über die starke Joy Guobadia und konnte zahlreiche Chancen erspielen. Die erste davon nutzte Jana Heyde nach eigenem Ballgewinn und dynamischem Antritt in die gegnerische Hälfte mit einem platzierten Schuss in die rechte Ecke – die erste Führung für Moabit und Grund für den oben zitierten Lohn! Und wer sonst, als die aktive und technisch starke Katharina Frey sollte die Stimmung im Trainerteam noch weiter heben? Mit einem trockenen Rechtsschuss überwand sie die Torhüterin erneut und ließ Hoffnung auf den ersten Sieg aufkeimen. Doch leider war es dem Team nicht vergönnt, die Führung über die Zeit zu bringen und Rehberge konnte kurz vor Schluss nach dem zügigen Anschlusstreffer auch noch den Ausgleich erzielen. Unabhängig vom Ergebnis eine gute Leistung, die die positive Entwicklung im Turnierverlauf wiederspielgelte.

Weitere Turniere im Januar, Tests im Februar
Das Team hat an den kommenden Wochenenden noch zweimal die Chance auf Hallenerfolge. Zunächst geht es am 20.01. zum SC Minerva, um eine Woche später die Landesliga-Hallenrunde zu bestreiten.
Wichtiger sind sicherlich die bevorstehenden Aufgaben im Februar, die zu Härtetests für die Rückrunde werden sollen. Am 02.02. gibt es das Wiedersehen mit Matthias Vogel und Viktoria 89 II und am Wochenende darauf gleich den doppelten Test gegen GW Neukölln II und den FFV Spandau.