Spielberichte der 1.Damen

Zum Punkten zu wenig

Einen schlechten Start in die Landesliga-Saison erwischte das Frauen-Team des Moabiter FSV am vergangenen Samstag. Beim Verbandsliga-Absteiger FSV Hansa setzte es eine 1:4-Pleite. In einer zerfahrenen Partie sorgte Verena Wunderer mit zwei prachtvollen Freistößen für die Entscheidung.

 

Kreuzberg/Moabit – Beide Teams begannen sehr nervös doch im Gegensatz zum Moabiter FSV fingen sich die Gastgeberinnen irgendwann und spielten sich so etwas wie eine optische Überlegenheit heraus. Kurz vor der Pause stellte Verena Wunderer dann die Weichen für Hansa auf Sieg. Aus gut und gerne 20 Metern Entfernung nagelte sie einen Freistoß aus halbrechter Position zum 1:0 unter die Latte, Stefanie Röhrich im Moabiter Kasten war machtlos (44.). Für Moabit natürlich ein denkbar unglücklicher Zeitpunkt, unverdient war der Rückstand allerdings nicht – die Gäste hatten bis dahin keine einzige Torchance.

Nach dem Seitenwechsel mühte sich Moabit redlich, den Akzent setzte aber Hansa. Wieder trat Wunderer zum Freistoß an. Dieselbe Distanz, andere Spielfeldseite, dasselbe Ergebnis: Das Spielgerät schlug erneut unhaltbar ein. 2:0, eine Stunde war gespielt.

Wenn es eine Phase gab, in der die Partie hätte zugunsten des Moabiter FSV kippen können, dann begann sie jetzt. Der FSV stemmte sich gegen die drohende Niederlage und wurde prompt belohnt. Jana Allershausen sprintete in einen missglückten Querpass der Hansa-Abwehrreihe, zog davon und verwandelte eiskalt zum 1:2 (70.). Kurz darauf drehte sich ein Eckball der Torschützin in Richtung 2:2, Hansa-Torhüterin Meike Stockbrügger boxte die Kugel noch heraus, ob vor, auf oder hinter der Linie, wird niemand mehr erfahren. Jana Allershausen schwor nach der Partie: „Ich bin nach meiner Ecke stehen geblieben und hab gesehen, dass der Ball hinter der Linie war.“ Die hervorragende Schiedsrichterin Ebru Sönmezer teilte diese Meinung nicht, und so blieb es beim 2:1.

Jetzt kam er wieder, der Fußball – so grausam, wie er eben ist. Auf der einen Seite fällt der Ausgleich nicht, dafür auf der anderen Seite die Vorentscheidung. Nach einer Ecke köpfte Hansas neue, groß gewachsene Stürmerin den Ball an den Innenpfosten, von dort sprang er dann zum 3:1 ins Tor (75.). Am Ende gab es noch ein Moabiter Gastgeschenk. Lea Nieschmidt bedankte sich für einen schlimmen Fehlpass von der Strafraumkante aus mit dem 4:1 (90.).

„Ich hatte von Hansa mehr erwartet, aber was soll’s? Es hat ja gegen uns völlig ausgereicht. Wir konnten keinen Druck aufbauen, geschweige denn Torgefahr erzeugen. Schon enttäuschend“, lautete das Urteil von Moabits Coach Matthias Vogel. Auch Hansa-Trainer Kai Weber war trotz des besseren Endes für ihn nicht wirklich begeistert: „Die Tore fielen fast nur durch Standards. Das habe ich mir eigentlich anders vorgestellt.“ Weber wird es verschmerzen, Hansa grüßt nach dem ersten Spieltag von der Tabellenspitze.

Moabiter FSV: Röhrich (55. Nagel), Kovtun, Schaak, Rempe (46. Ziese), Heyde, Abbes (37. Stephani), Kirchmaier, Fischel (70. Kaluza), Allershausen, Kaluza (46. Virchow). Nicht eingesetzt, aber voll dabei: Höper. Tore: 1:0 Wunderer (44.), 2:0 Wunderer (60.), 2:1 (70.), 3:1 n.ö. (75.), 4:1 Nieschmidt (90.).