Spielberichte der 1.Damen

Mit Geduld und Spucke

Einen völlig verdienten 2:1-Sieg verbuchten die Landesliga-Damen des Moabiter FSV am Sonntag bei der zweiten Garnitur des BSC Marzahn. Den entscheidenden Treffer markierte Sabrina Kaluza fünf Minuten vor dem Schlusspfiff.

 

Marzahn/Moabit – Selten lag etwas so wenig in der Luft wie der Marzahner Führungstreffer. Ein verunglückter Befreiungsschlag von der Moabiter Torhüterin Henriette Nagel - einige Meter rechts von ihrem Kasten - landete vor den Füßen von Stefanie Odebrecht. Sie zog ab und der Ball landete im verwaisten Gehäuse (19.). Ärgerlich für die Gäste, hatten sie doch von Beginn an das Spiel diktiert, auch wenn meistens an der BSC-Strafraumkante Schluss mit lustig war. Die Gastgeberinnen standen sehr kompakt und verteidigten mit Routine und Geschick, Moabit fehlte die zündende Idee für den „Dosenöffner“. Und wenn sich dem FSV einmal eine Chance bot, war das jeweilige „Schüsschen“ leichte Beute für die gute Marzahner Keeperin Kim Janisch. Die beste Möglichkeit zum Ausgleich hatte Saskia Ziese mit einem Kopfball nach einer Ecke, der knapp am Tor vorbei sauste. Marzahn hätte nach einem tollen Konter kurz vor der Pause sogar noch auf 2:0 erhöhen können.

Ein bisschen geschockt und lethargisch wirkte der FSV schon nach dem Gegentreffer und deshalb rüttelte Spielgestalterin Franzi Groß die Mannschaft in der Pause wach: „Ich will, dass wir jetzt alle wollen.“ Das zeigte Wirkung, Moabit investierte nach dem Seitenwechsel wieder mehr und Groß selbst war es dann auch, die das kollektive Vorhaben in Zählbares ummünzte. Nach einem Pressschlag in der gegnerischen Box schaltete sie am schnellsten und bugsierte den Ball vorbei an Janisch zum 1:1 in die Maschen (53.). Danach spielte sich das Geschehen weiter vorwiegend in der Marzahner Hälfte ab und war erneut geprägt von harmlosen Moabiter Schüssen und im Keim erstickten Marzahner „Nadelstichen“. Kurz vor dem Ende der Partie belohnte Sabrina Kaluza ihren FSV für dessen Mühen und Geduld. Haken nach links, Haken nach rechts, Prachtschuss in die lange Ecke, Janisch war geschlagen und mir ihr Marzahn II (85.). Der Jubel im Moabiter Lager war nach dem Abpfiff und dem zweiten Sieg in Folge groß. Die starke Außenverteidigerin Julia „Juuu“ Kovtun verlieh der gelösten Atmosphäre eine Stimme: „Ein Unentschieden wäre für uns sehr sehr ärgerlich und auch nicht gerecht gewesen.“

Moabiter FSV: Nagel, Kovtun, Virchow, Ziese, Heyde, Abbes (46. Wienhold), Kirchmaier, Schönrock, Allershausen, Groß, Kaluza. Auswechselbank: Haacke. Tore: 1:0 Odebrecht (19.), 1:1 Groß (53.), 1:2 Kaluza (85.).