Spielberichte der 1.Damen

Zweimal Flügelzange, einmal Pieke

 

 

Moabit - Weiter geht die wilde Fahrt! Moabits Frauen haben am Samstag das sechste Landesliga-Spiel in Folge gewonnen und belegen jetzt bereits den zweiten Platz des aktuellen Tableaus. Aufsteiger SV Schmöckwitz-Eichwalde, der krankheitsbedingt nur mit neun Spielerinnen antreten konnte, wurde mit 3:0 (1:0) besiegt.

Es war eine knifflige Aufgabe für den FSV, weil sich Schmöckwitz wegen der zweifachen Unterzahl natürlich lieber auf das Toreverhindern verlegte und dabei sehr diszipliniert und clever verhielt. Immer wieder rannten sich die FSV-Offensivkräfte während der Anfangsphase in den beiden dicht gestaffelten Abwehrketten der Gäste fest. Der Ball lief nicht schnell genug durch die eigenen Reihen und wenn sich mal eine Chance ergab, endete sie zumeist mit einem Schüsschen aus der Kategorie "Kläglich". Pech stand dem Moabiter FSV auch im Wege, etwa als Franzi Groß nach 20 Minuten zwei Gegenspielerinnen galant ins Leere laufen ließ, ihr Linksschuss aus 18 Metern aber halbhoch und knapp am rechten Pfosten vorbeisauste. Für die Zuschauer war die erste Hälfte der ersten Hälfte zäh. Moabit mühte sich redlich aber erfolglos, Schmöckwitz konterte selten - aber dann gar nicht mal so ungefährlich.

Dafür, dass der Spielverlauf nicht auf den Kopf gestellt wurde, sorgte dann einmal mehr Jana Allershausen. Einen der wenigen gelungenen Bälle in die Schnittstellen nahm sie an, sprintete los und packte ihn zum 1:0 in die Maschen (31.). Saisontreffer Nummer 10 für die pfeilschnelle Flügelspielerin des FSV.

Weil Moabit nach dem Seitenwechsel konsequenter über die Außen spielte, ergab sich im Zentrum mehr Platz. Der Druck auf den Schmöckwitzer Abwehr-Verbund und auch die Anzahl der guten Tormöglichkeiten stieg, alleine der zweite Treffer wollte lange nicht fallen. Die dickste Möglichkeit, den Sieg festzuzurren, hatte Sabi Kaluza nach etwa 65 Minuten, als sie sich schön im Strafraum durchsetzte, plötzlich alleine vor SV-Keeperin Mathilde Arnold stand, das Spielgerät dann aber an die Latte donnerte.

 

Pieke hilf!

 

Fast wäre es so gekommen wie in zahllosen Fußballspielen, in denen sich die mangelnde Chancenverwertung bitter gerächt hat. Celine Hellriegel und Chantal Jester rafften sich zu einem schnell vorgetragenem Tempogegenstoß auf, doch Jesters guter Schuss strich knapp links am Moabiter Gehäuse vorbei.

Dori Mersch hatte die Spannung dann satt: Vorher mit einigen Fernschüssen gescheitert, drosch sie zehn Minuten vor dem Abpfiff das Runde mit der Stiefelspitze von der Strafraumkante aus zum viel umjubelten 2:0 ins Eckige. Dass das nicht die feine technische Art war, kümmerte Moabits starken Neuzugang nach der Partie herzlich wenig: "Wenn's anders eben nicht geht", sagte sie und zuckte mit den Achseln. In der Schlussminute passte dann Jana Heyde für ihren FSV noch das Ergebnis dem Spielverlauf an. Über die linke Seite entwischte sie ihrer Gegenspielerin, zog nach innen und vollstreckte zum 3:0.

"Ein ungewohntes, schwieriges Spiel für die Mädels", fasste Coach Matthias Vogel zusammen. "Schmöckwitz hat das richtig gut gemacht, wir hatten in des Gegners Hälfte so gut wie nie Überzahl. Kein Spektakel von uns, aber ich bin wirklich zufrieden. Solche Partien enden gerne auch mal mit einem Remis oder sogar einer Niederlage. Und ich bin mir sicher: Vor einem halben Jahr noch wäre uns das auch passiert." Ungewohnt ist auch die Aussicht für die FSV-Frauen. Moabit grüßt zumindest eine Woche lang von einem Aufstiegsplatz.

 

Moabiter FSV: Ziese, Haacke, Virchow, Schönrock, Heyde, Ottinger (45. Reich), Kirchmaier, Mersch, Allershausen, Groß, Kaluza. Tore: 1:0 Allershausen (31.), Mersch (80.), Heyde (89.). Schiedsrichter: Manfred Küßner.