Spielberichte der 1.Damen

Wo ein Wille, da ein Weg!

Mit 4:0 haben die Landesliga-Ladies des Moabiter FSV am Sonntag den DFC Kreuzberg auf heimischem Geläuf bezwungen. Der siebte Sieg in Folge war alles andere als ein Selbstläufer. Der Tabellenvorletzte Kreuzberg wehrte sich über 90 Minuten vehement, das vorentscheidende 2:0 fiel erst eine Viertelstunde vor Schluss.

 

 Moabit - Wer bei einem Sieg das Zählbare eintütet, sieht ganz Frauenfußball-Berlin spätestens in den Statistiken der einschlägigen Internetportale. Dort findet es in diesem Falle - mit Ausnahme des Treffers zum 4:0 durch Julia Wiedmeier kurz vor dem Abpfiff - die üblichen Moabiter Verdächtigen: Franzi Groß nagelt nach einer guten halben Stunde den Ball zum 1:0 unter die Latte des Kreuzberger Kastens, Toptorschützin Sabi Kaluza schnürt den spielentscheidenden Doppelpack (78., 83.) und drei dieser vier FSV-Treffer werden nach unwiderstehlichen Flankenläufen von Jana Allershausen bilderbuchmäßig vorbereitet. Der Auftritt dieser drei Leistungsträgerinnen soll nicht geschmälert sein. Es sind ja die Tore, die zählen. Und gerade Allershausens Performance war aller Ehren wert, weil sie wegen einer Erkältung nur merklich gehemmt kicken konnte. Nur überraschen dürften die Namen mittlerweile kaum noch jemanden.

Die wichtigste Spielerin an diesem Tag allerdings findet der Internetsurfer bis zu diesem Schrieb eben nicht. Moabits Kapitänin Regina Kirchmaier war die herausragende Akteurin in den Reihen des aktuellen Tabellenzweiten - ohne eigenen Treffer, ohne direkten Assist. Als der anfängliche Sturmlauf ihrer Elf nach 20 Minuten ohne Torerfolg verebbte - Allershausen, Groß und Kaluza hatten beste Chancen liegenlassen -, verfielen viele ihrer Teamkolleginnen zunehmend in Nervosität und die konsequent Forechecking spielenden Kreuzbergerinnen kamen besser ins Spiel. Kirchmaier war es, die stark und unbeeindruckt blieb. Ungemein zweikampfstark, kaum vom Ball zu trennen und tatsächlich immer mit der richtigen Entscheidung im Spielaufbau, war sie maßgeblich daran beteiligt, dass die Marschrichtung des FSV stabil blieb und das 1:0 zur Pause noch Bestand hatte.

Noch einmal wackelte der Favorit. Kreuzbergs Chelsea Wright beförderte Franzi Groß mit einem Ellbogencheck in die Rippen aus dem Spiel. Der Ball war längst weg, eine unschöne und leider auch ungeahndete Szene. Das Wegbrechen von Moabits großer Stütze in dieser Saison machte der Rest vom Team unter Regie von Kirchmaier in der Folge mit großem Kampfgeist wett. Kreuzberg drückte durchaus, große Tormöglichkeiten blieben aber wie schon in der ersten Hälfte aus. Der große Wille von Kirchmaier & Co, die Siegesserie unbedingt fortsetzen zu wollen, ebnete schließlich auch den Weg. Kaluza presste die Kugel nach Flanke von Allershausen endlich zum 2:0 über die Linie. Die danach zwangsweise gelockerte DFC-Deckung hebelte der FSV dann noch zweimal nach dem gleichen Schema aus. 3:0 Kaluza, 4:0 Wiedmeier.  

Regina Kirchmaier nuckelte nach der Partie mit starrem Blick am Siegerbier: "Ich bin echt fertig und froh, dass jetzt Winterpause ist." Ob ihr FSV hinter dem SV Seitenwechsel auf dem zweiten Platz überwintert, stellt sich am kommenden Sonntag, 18. Dezember, heraus. Dann findet das Nachholspiel zwischen dem SV Buchholz und Hertha 03 Zehlendorf statt. Mit einem Sieg würde Hertha noch vorbeiziehen.

Moabiter FSV - DFC Kreuzberg 4:0 (1:0). Aufstellung FSV: Nagel, Haacke, Virchow, Ziese, Heyde, Abbes (85. Kremerskothen), Kirchmaier, Kremerskothen (73. Wiedmeier), Allershausen, Groß (65. Höper), Kaluza. Tore: 1:0 Groß (34.), 2:0, 3:0 Kaluza (78., 83.), 4:0 Wiedmeier (89.).