Spielberichte der 1.Damen

Glück erzwungen - FSV-Damen retten einen Punkt

Der ersatzgeschwächte Moabiter FSV zog sich zum Rückrundenauftakt achtbar aus der Affäre. Aus dem achten Sieg in Folge wurde es zwar nichts, aber immerhin machten sie gegen eine sehr kompakte Hansa-Elf aus einem 0:1-Rückstand zur Pause noch ein 1:1-Remis. Sarah Wienhold traf für den FSV ins Schwarze.

Moabit - Es ist eine dieser Fußballweisheiten, nach der in TV-Expertenrunden gerne das Phrasenschwein klimpert: "Mannschaft XY fand über den Kampf ins Spiel... ." Dass sie einfach immer wieder gedroschen wird, ist kaum erstaunlich - schließlich bewahrheitet sie sich auch immer wieder. Am Sonntag lieferten die Fußballerinnen des Moabiter FSV den Beleg. Nach einer Stunde Spielzeit wehrten sie sich intensiver gegen die drohende Niederlage - und fingen plötzlich an Fußball zu spielen.

Hansa erwies sich als sehr unangenehmer Gegner, spielte aggressiv und körperbetont. Eine halbe Stunde lang blieb es bei der leichten optischen Überlegenheit des Gästeteams - nennenswerte Torchancen gab es weder auf der einen noch der anderen Seite. Für das nicht unverdiente Hansa-Erfolgserlebnis brauchte es die freundliche Mithilfe der Moabiter Defensive. Innenverteidigerin Saskia Ziese trennte sich zu spät vom Ball und musste ihn daher abtreten, den unmittelbaren Torschuss aus 18 Metern halblinker Position ließ die ansonsten sichere Torhüterin Heidi Swiniarksi unter sich hindurch gleiten: 0:1.  

Lange musste sich Moabit nach dem Rückstand schütteln. Jeweils eine Viertelstunde vor und nach dem Pausenpfiff beharkten sich sich die beiden Teams intensiv aber fair zwischen den beiden Strafräumen, Torchancen für die Gastgeberinnen blieben aus.

Dann aber nahmen die Frauen aus Mitte mehr Zweikämpfe an, bestritten selbige zunehmend siegreich und besannen sich zeitgleich auf ihre spielerischen Qualitäten. Und plötzlich ergaben sich auch Torchancen. Nach Flügellauf und flacher Hereingabe von Jana Allershausen in den Rückraum hätte Franzi Groß schon egalisieren können, ihre Direktabnahme aus 13 Metern Entfernung knallte hoch überm Hansa-Kasten an den Fangzaun. Dann aber war es soweit: Die eingewechselte Sarah Wienhold setzte einen Schuss von der 16er-Kante mit dem rechten Innenspann an den rechten Pfosten, nach dem Abpraller reagierte sie am schnellsten und bugsierte das Spielgerät mit der Außenseite des gleichen Fußes zum 1:1 in die verwaiste linke Ecke des Tores.

In der Schlussphase scheiterten dann noch Allershausen nach Alleingang und Groß mit einem Prachtschuss aus der Distanz in Richtung Torgiebel an der Gäste-Torhüterin Meike Stockbrügger. "Den holen in der Landesliga nicht viele Torhüterinnen aus dem Winkel. Wollte schon losjubeln", kommentierte Moabits Coach Matthias Vogel die letzte nennenswerte Szene des Spiels. Mit dem Resultat war er zufrieden: "Es war eine schwierige Aufgabe für uns heute. Den Ausfall von drei Leistungsträgerinnen können wir nicht einfach wegstecken. Aber alle haben zusammengehalten und mit großem Einsatz und großer Moral versucht, das Ergebnis noch positiv zu gestalten. Das ist uns gelungen. Beide Halbzeiten zusammengenommen, geht die Punkteteilung absolut in Ordnung."

Moabiter FSV: Swiniarski, Haacke, Ziese, Virchow, Heyde, Stephani, Fischel (Wienhold), Groß, Manthe, Allershausen, El Rahel (46. Kovtun). Noch auf der Bank: Mizmizlioglu, Abbes. Tore: 0:1, 1:1 Wienhold. Schiedsrichter: Mike Wessel (Viktoria Mitte).