Spielberichte der 1.Damen

Eine L(l)aue Nummer

Aus, vorbei, Serie gerissen. Die Fußballerinnen des Moabiter FSV mussten am Sonntag Vormittag nach acht ungeschlagenen Spielen in Folge beim 1. FC Schöneberg eine bittere 1:2-Niederlage hinnehmen. In einer über weite Strecken schlechten Landesliga-Partie ließ das Team aus Mitte mindestens ein Dutzend allerbester Chancen ungenutzt.

Schöneberg/Moabit - Sebastian Polter hat kürzlich rausgehauen: "Fußball ist ein Ergebnissport". Freilich nicht neu diese Fußballweisheit des "eisernen" Bundesliga-Stürmers, aber wie Recht er damit hat, bekamen die FSV-Mädels in Schöneberg schmerzhaft zu spüren. Sie waren über weite Strecken spielbestimmend, hatten das Gros hochkarätiger Chancen eindeutig auf ihrer Seite, aber am Ende gewann eben die Mannschaft, die öfter ins Schwarze traf.

Während einer unerklärlichen Schwächephase der Moabiter im ersten Spielabschnitt gelang dem 1. FC Schöneberg die Führung, doch bereits vorher hätte der FSV uneinholbar in Front liegen müssen. Moabit begann nämlich gut und Jana Allershausen war auf dem rechten Flügel nicht zu halten. Immer wieder lief sie alleine auf das Schöneberger Tor zu. Doch erst verhinderte der Pfosten ihren Jubel (8.), dann vergab sie entweder kläglich ihre eigenen Chancen oder im Zentrum befand sich niemand, der ihre Hereingaben hätte nutzen können. Und so gab es eben auf der anderen Seite Anschauungsunterricht in Sachen Effektivität. Die frühere Bundesliga-Spielerin Anna Laue drang aus halbrechter Position in den Strafraum ein und versenkte den Ball mit ihrem schwächeren rechten Fuß und in Bedrängnis in der langen Ecke, FSV-Torhüterin Henriette Nagel hatte keine Chance. Dass es mit einem 1:1 in die Pause ging, war einer Moabiter Flanke geschuldet, die endlich auch mal einen Adressaten hatte: Franzi Groß egalisierte entschlossen aus etwa zehn Metern Entfernung.

Nach dem Pausentee drückte Moabit - jetzt neben Sabi Kaluza mit Sarah Wienhold als zweite Spitze - kurz auf den Führungstreffer. Teilweise nett anzuschauen, aber eben wieder ohne Zählbares. Danach riss der Faden völlig ab. Das Niveau der Begegnung sank ins Bodenlose, die wenigen Zuschauer mussten sich ob der pausenlos hin und her gedroschenen Bälle vorgekommen sein wie beim Tennis. Mitten in diesem, für jeden Fußball-Ästeten entnervenden Treiben kam Anna Laue wieder im Moabiter Strafraum zum Schuss, diesmal jagte sie mit ihrem starken Fuß den Ball in die Maschen: 2:1.

In der Schlussphase wurde das Spiel wieder ein wenig ansehnlicher und Moabit hatte erneut eine gute Handvoll bester Torchancen: Kaluza, Groß, Mersch, Allershausen - sie alle hätten wenigstens den Ausgleich machen können, streng genommen müssen. Am Ende blieb es beim 2:1. "Ich will Schöneberg nichts wegnehmen. Die haben richtig gut gekämpft, hatten auch noch gute Chancen - wie etwa den Lattenschuss von Laue - und wollten den Erfolg stärker als wir. Im Prinzip ist es aber gegen Schöneberg so: Wenn du gewinnen willst, musst du einmal mehr treffen als Anna Laue. Die Möglichkeiten dazu hatten wir zur Genüge, haben sie aber nicht genutzt. Und deshalb ist die Niederlage zwar ärgerlich, bitter und nervig, aber eben auch verdient", sagte ein enttäuschter FSV-Coach Matthias Vogel nach dem Spiel.

Moabiter FSV: Nagel, Kovtun (82. El Rahal), Haacke (70. Reich), Virchow, Heyde, Fischel (46. Wienhold), Mersch, Kirchmaier, Groß, Kaluza. Tore: 1:0 Laue, 1:1 Groß, 2:1 Laue. Grumpies of the day: Da Coach, Da Co-Coach.