Spielberichte der 1.Damen

Zurück in der Spur

Eine Woche nach der verkorksten Vorstellung beim 1. FC Schöneberg haben sich die Moabiter Fußballerinnen rehabilitiert. Im Topsspiel der Landesliga setzte sich das Team aus Mitte beim SV Seitenwechsel verdient mit 2:0 durch.

 

Friedrichshain/Moabit - Genau zweimal hätte die von beiden Seiten engagiert geführte Partie zugunsten des SV Seitenwechsel laufen beziehungsweise kippen können. Das erste Mal nach etwa einer halben Stunde, als Moabits Innenverteidigerin Saskia Ziese den Ball nicht entschlossen aus der Box beförderte und damit Tanja Walter-Ahrens eine Schusschance ermöglichte. Der Fehler blieb unbestraft, Walter-Ahrens' Halbvolley sauste knapp über die Latte des FSV-Gehäuses. Das zweite Mal musste der Anhang der Gäste zehn Minuten vor dem Abpfiff den Atem anhalten: Nach einer Ecke kratzten Torhüterin Henriette Nagel und Julia Kovtun in einer Art ungeplanter Gemeinschaftsarbeit einen Kopfball gerade noch von der Linie. "Wenn der drin ist, bekommen wir vielleicht noch einmal das große Fracksausen", kommentierte Moabits Trainer Matthias Vogel die spektakuläre Szene.

Weder die Führung, noch der Anschlusstreffer wären allerdings verdient gewesen. Von Beginn an hatte Moabit das Geschehen diktiert, war immer wieder über seine schnellen Außen durchgebrochen und hatte das Gros der Torchancen auf seiner Seite. Allerdings fehlte dabei zunächst die nötige Präzision. Den besten Versuch zur Führung in der ersten Halbzeit unternahm Sabrina Kaluza - ihr Kopfball nach einer Maß-Ecke von Franzi Groß verfehlte den Torgiebel nur um einen halben Meter.

Schon zum Ende der ersten Schicht hatte Nagel ihre Vorderleute lautstark aufgefordert, sich für das gute Spiel doch nun langsam auch einmal zu belohnen. Bis zur 58. Minute musste sie sich gedulden, dann erinnerten sich Jana Allershausen und Kaluza daran. Die pfeilschnelle Flügelspielerin zirkelte von rechts aus vollem Lauf eine Flanke auf Kaluzas Kopf und von dort senkte sich das Spielgerät bogenförmig hinter der starken SV-Torhüterin Nicole Koch zur Führung in die Maschen. Nach dem Spiel beschrieb die Angreiferin den Moabiter Dosenöffner so: "Ich hatte das Gefühl, ich hätte ihn gar nicht optimal getroffen. Aber egal, Hauptsache drin."

Der zweite Moabiter Treffer zauberte dann dem gesamten FSV die Sorgenfalten aus der Stirn und ein wohlwollendes Grinsen ins Gesicht. Erneut war es Allershausen, die blitzsauber den Weg dafür ebnete. Dieses Mal war sie der Abwehr auf der linken Seite entwischt und hatte flach auf Regina Kirchmaier gepasst. Die versenkte aus 12 Metern Entfernung den Ball halbhoch in der rechten Ecke des SV-Tores (74.). Ein Erfolgserlebnis, dass ihr einfach jeder gönnen musste, war sie in dieser Saison bislang nicht gerade mit Abschlussglück gesegnet. Jana Heyde - diesmal auf dem Flügel am Werk - hätte schließlich noch ihre gute Leistung mit dem 3:0 krönen können. Koch konnte das Duell allerdings für sich entscheiden, weil sich Heyde im entscheidenden Moment ihres Solos den Ball zu weit vorlegte.

Spielführerin Kirchmaier war nach dem Abpfiff nicht nur wegen ihres ersten Saisontreffers glücklich. "Das Ding hier haben wir heute gewonnen, weil alle 14 sich voll reingehauen haben. Und dann macht das einfach richtig Spaß."

Spaß macht auch die Landesliga in dieser Spielzeit - jedenfalls allen Adrenalin-Junkies. Moabit und Seitenwechsel liegen jetzt auf Platz drei und vier, nur mit einem Zähler hinter Klassenprimus Berolina Mitte, der gegen Hansa ausrutschte (0:1). Insgesamt rückt das Klassement immer enger zusammen. Die nächsten Wochen dürften also spannend werden.

 

Moabiter FSV: Nagel, Kovtun, Ziese, Virchow, Reich (54. Haacke), Heyde (74. Manthe), Mersch (54. Fischel), Groß, Allershausen, Kirchmaier, Kaluza. Tore: 0:1 Kaluza (58.), 0:2 Kirchmaier (74.).