Spielberichte der 1.Damen

Ohne Mumm

 

Topspiel vergeigt. Der Moabiter FSV muss nur eine Woche nach Eroberung der Landesliga-Tabellenspitze den Platz an der Sonne wieder räumen. Eine gute Halbzeit reichte nicht, um bei Blau-Weiß Berolina Mitte zu punkten. "Bero" entschied das Lokalderby mit 4:2 (2:0) für sich.

Moabit - Verdienter Sieg für Berolina. Punkt. Daran gibt es für die Mädels des Moabiter FSV nichts zu rütteln. Aber hätte es so sein müssen? Nein! Das Team aus dem Poststadion wirkte auf dem Platz an der Kleinen Hamburger Straße in der ersten Hälfte wie gelähmt. Fast die gesamte Mannschaft bestritt die Zweikämpfe zu zaghaft und war meistens einen Schritt zu spät dran. Die Folge: Auch nicht gerade überzeugend agierende Bero-Girls kamen immer besser ins Spiel. Waren die ersten Torschüsse noch zu ungenau, passte beim Führungstreffer alles. Linea Schulz entwischte am Ende eines sehenswerten Spielzuges auf dem linken Flügel und spielte einen herrlichen Diagonalball auf den zweiten Pfosten. Dort kam Vera Dewjatkina angerauscht und vollstreckte sicher zum 1:0 (16.). Trotz der bis dahin schwachen Vorstellung des FSV gab es Chancen zum Ausgleich. Die beste hatte Sabrina Kaluza, die allerdings zu wenig Druck hinter ihren Kopfball brachte. Stattdessen klingelte es nochmal auf der anderen Seite. Einen Querpass ins Zentrum bugsierte Hannah Haacke vor der heranstürmenden Frieda Barck von der Torraumkante ins eigene Netz (41.).

Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff schloss Barck einen Angriff dann aber selber erfolgreich ab: 3:0. Der Drops schien gelutscht, aber genau jetzt begann der Moabiter FSV plötzlich so zu spielen, wie es sich von Beginn an empfohlen hätte. Druck aus, Leidenschaft an. Und prompt war die Qualität der Partie eine ganz andere - jetzt war das schon eher ein Spitzenspiel.

Für das Erkämpfen der Augenhöhe belohnte sich Moabit nach einer Stunde. Sabrina Kaluza schob den Ball zum 3:1 in die Maschen. Eine Viertelstunde lang hatte man als Außenstehender das Gefühl, die Partie könne durchaus noch kippen. Dann trudelte ein eher tempobefreiter Fernschuss von Viktoriya Kogan zum 4:1 in die lange Ecke des Moabiter Gehäuses (74.). Deckel drauf? Immer noch nicht. Jana Allershausen krönte ihr unermüdliches Ackern auf der Außenposition mit dem 4:2 - nur zwei Minuten später. In der Restviertelstunde mühte sich Moabit dann noch redlich - Allershausen, Kaluza, Groß und Mersch hatten jeweils mindestens einen Treffer auf dem Fuß-, aber eben vergeblich. "Uns hat in der ersten Halbzeit der Mumm gefehlt - so denke ich", sagte FSV-Coach Matthias Vogel nach dem Abpfiff. "Als vermeintlich nichts mehr zu verlieren war, lief es. Mit ein bisschen Glück hätten wir vielleicht ein Unentschieden geholt. Die Chancen waren da. Aber Bero war schon auch noch gefährlich, deshalb geht das Ergebnis absolut in Ordnung." 

Ein Weltuntergang ist die Niederlage freilich nicht. Berolina Mitte rangiert jetzt auf Platz 1, nur einen Punkt und einen Platz dahinter der Moabiter FSV.

Moabiter FSV: Nagel, Kovtun (24. Wienhold), Reich, Ziese, Haacke (46. Kovtun), Allershausen, Mersch, Kirchmaier (80. Haacke), Rölle, Groß, Kaluza. Tore: 1:0 Dewjatkina, 2:0 ET (41.), 3:0 Barck (48.), 3:1 Kauluza (60.), 4:1 Kogan (74.), 4:2 Allershausen (76.). Schiedsrichter: Mike Wessel.