Spielberichte der 1.Damen

Treffer zur rechten Zeit

Dank einer ganz starken Vorstellung hat der Moabiter FSV das Spitzenspiel gegen Hertha 03 Zehlendorf mit 5:1 (1:1) für sich entschieden und mischt damit weiter kräftig mit im Rennen um die Landesliga-Meisterschaft. Ins Schwarze getroffen haben die üblichen Verdächtigen, mitentscheidend für den Sieg sei aber auch die deutliche Leistungssteigerung von Spielerinnen gewesen, die eben nicht für das Tore schießen zuständig sind, sagte Coach Matthias Vogel.

Moabit - Angenommen, es gibt sie, die "psychologisch wichtigen Zeitpunkte" für Tore, dann haben die Fußballerinnen des Moabiter FSV im Heimspiel gegen Hertha 03 Zehlendorf gleich drei davon erwischt. Kurz vor der Pause packte Sabrina Kaluza eine Ecke von Dori Mersch per Kopf zum Ausgleich in die Maschen (40.). Und kurz nach dem Anpfiff erzielte die FSV-Torjägerin dann auch noch den Führungstreffer. Nach einem tollen Doppelpass mit Franzi Groß links im Strafraum der Hertha, legte sie sich das Spielgerät auf den starken rechten Fuß und jagte es in die lange Ecke, unhaltbar für die starke Torhüterin Dorranai Hassan (47.).

Mit ihren Saisontreffern 20 und 21 vermieste es Kaluza den Gästen also, die von Isabella Trincia erzielte Führung (11.) beim Pausentee zu genießen und versetzte all ihren Vorsätzen für die zweite Schicht schnell einen amtlichen Dämpfer. Als dann die bärenstarke Dori Mersch nur drei Minuten später auch noch auf 3:1 erhöhte - Sarah Wienhold hatte abgelegt -, schien die Vorentscheidung gefallen.

War aber nicht so. Beflügelt von der Einwechslung von Leistungsträgerin Janne Knieke, drückte Hertha nun auf das Gaspedal und wer weiß schon, was passiert wäre, wäre eben Kniekes prächtiger Fernschuss in dieser Phase nicht nur an die Latte geknallt. Nur Sekunden später war Moabit sogar noch einmal im Glück, nach einer Ecke und schöner Direktabnahme war wieder nur der Pfosten dem Anschlusstreffer im Weg. Nicht, dass Hertha unglücklich verloren hätte. Wienhold hatte in der ersten Halbzeit ebenfalls Aluminium getroffen und überhaupt hätte Moabit schon vor Trincias Treffer aufgrund sehr guter Chancen führen müssen. Aber das 3:2 wäre sicher für das junge Team aus Zehlendorf einer dieser psychologisch wichtiger Zeitpunkte gewesen.

Jedenfalls besann sich der FSV nach den zwei Warnschüssen wieder auf seine Qualitäten in dieser Spielzeit - und eine davon heißt: Jana Allershausen auf die Reise schicken. Zweimal sauste also Moabits schnelle Flügelspielerin nach schlauen Steilpässen allen auf und davon und markierte das 4:1 (70.) und 5:1 (81.).

"Im Vergleich zum Bero-Spiel waren wir heute unglaublich präsent. Und die Tore waren richtig schön herausgespielt", sagte Vogel nach der Partie. "Was mir auch sehr gut gefallen hat war, dass die beiden Außenverteidigerinnen Julia Kovtun und Hannah Haacke heute das Spiel merklich mitgestalten wollten und das richtig gut gemacht haben. Besonders Haacke hat einen super Eindruck hinterlassen."

Moabiter FSV: Nagel, Kovtun, Ziese, Reich, Haacke, Kaluza, Kirchmaier, Mersch, Allershausen, Groß, Wienhold (75. El Rahal). Tore: 0:1 Trincia (11.), 1:1, 2:1 Kaluza (40., 47.), 3:1 Mersch (50.), 4:1, 5:1 Allershausen (70., 81.). Schiedsrichter: Marc Goebels. Zuschauer: 25.