Spielberichte der 1.Damen

FSV im Torrausch

Es gibt Tage, da läuft es einfach. Zugegeben: Seit Mitte der Vorrunde häufen sich bei den Fußballerinnen des Moabiter FSV diese Tage. Aber während des Landesliga-Vergleichs am heutigen Sonntag bei Sparta Lichtenberg endete wirklich fast jeder ernst gemeinte Angriff von Groß & Co mit einem Torjubel. 12:1 hieß es am Ende für Moabit - ein Ergebnis, mit dem trotz guter FSV-Form nicht zu rechnen war.

Lichtenberg/Moabit - Zur blendenden Torlaune der Mitte-Elf gesellten sich freilich haarsträubende und unerklärliche Fehler in der Sparta-Abwehr. Den ersten Beleg dafür gab es gleich in der ersten Minute: Doppelpass auf der linken Seite von Sabi Kaluza mit Franzi Groß, Pass in den Rücken der Abwehr, absoluter Kuller-Torschuss von Jana Allershausen, dicker Patzer von Lichtenberg-Torhüterin Sofia Thrun: 0:1. Schwerer waren die Treffer zwei und drei zu verteidigen, weil ihnen jeweils traumhafte Schnittstellenbällen von Groß und Regina Kirchmaier vorausgingen. Nutznießerin im ersten Fall war Allershausen (7.), im zweiten Sarah Wienhold (12.). Überhaupt begann jetzt eine kleine Gala der wieder erstarkten Moabiter Stürmerin. Auf ihr erstes Tor packte Wienhold noch einen lupenreinen Hattrick (21., 27., 44.).

Sie war es auch, die in der Schlussminute den Torreigen mit ihrem fünften Treffer beendete. Groß hatte eine Freistoßflanke aus dem linken Halbfeld in den Lichtenberger Strafraum gedreht und Wienhold am zweiten Pfosten ihren Fuß hingehalten. In der Zeit davor war der Moabiter Fußball nicht mehr so zielstrebig und druckvoll, aber wenn der FSV wieder einmal einen Angriff vortrug - meistens eingeleitet von Groß - dann zappelte auch meist das Netz des Sparta-Gehäuses. Das 7:0 besorgte Groß selbst, nach feiner Einzelleistung auf der linken Seite schob sie die Kugel in die lange Ecke (52.). Kurz darauf knallte Kirchmaier einen zu kurz abgewehrten Ball im Nachsetzen aus 12 Metern unter die Latte: 8:0 (55.).

Die nächsten Tore für das überlegene Gästeteam erzielten Groß per sehenswertem Fernschuss (73.), und zweimal Allershausen (78., 83.), ehe Wienhold dann den Schlusspunkt setzte. Lichtenberg versuchte während der gesamten Spielzeit, irgendwie ins Spiel zu finden und wurde nach einer Stunde auch dafür belohnt. Stefanie Pruß schloss einen Angriff energisch zum 1:8 ab.

Die verletzte Lichtenberger Torjägerin Stefanie Henke hatte schon zur Pause bilanziert, was ihr Trainer Andrè Lorenz nach dem Abpfiff sagte: "Bei uns ist einfach der Wurm drin." Moabits Kapitänin Kirchmaier fasste die 90 Minuten so zusammen: "Mein Tor und der Kopfballtreffer von Jana zeigen, dass heute wirklich viel zusammengepasst hat. Aber im Ernst: Wir haben guten Fußball gezeigt. Das hat richtig Spaß gemacht."

Moabiter FSV: Nagel, Kovtun, Fischel (86. Wienhold), Ziese, Haacke, Kaluza, Schönrock (46. Rölle), Kirchmaier, Allershausen, Groß, Wienhold (59. El Rahal). Tore: 1:0, 2:0, 10:1, 11:1 Allershausen, 3:0, 4:0, 5:0, 6:0, 12:1 Wienhold. 7:0, 9:1 Groß, 8:0 Kirchmaier, 8:1 Pruß. Schiedsrichterin: Angelika Hellmer. Zuschauer: 15 mit ein bisschen Fantasie.