Spielberichte der 1.Damen

Wenn der Kamm schwillt und der Herzinfarkt droht

Die zweite Garnitur der Moabiter Fußballerinnen hat das Siegen doch noch nicht verlernt. Beim BFC Preußen landete die Sieben des Trainers Alexander Wegener einen verdienten 4:2-Sieg. Kurios: drei der vier Moabiter Tore ordnete der Unparteiische nicht der jeweiligen Schützin zu.

Lankwitz/Moabit - Es war sieben Minuten vor dem Ende der Partie, als Wegener der Kamm schwoll. Gerade hatte Preußens Angreiferin Jasmina Kobza den 2:2-Ausgleich für ihr Team erzielt (53.). Der FSV-Coach war deshalb so zornig, weil es der bis dato zweite ernst zu nehmende Vorstoß der Gastgeberinnen war. Moabit hatte das Geschehen diktiert, hatte sich zahlreiche Torchancen erarbeitet und war erst nach einem Schuss von Carlien Abbes mit 1:0 (28.) und dann durch einen von Lara Lechner mit 2:1 (48.) in Führung gegangen. "Weil wir die ganze Zeit so überlegen waren, dachte ich mir: Das müsste es jetzt doch gewesen sein. Aber nix war's", kommentierte Wegener nach der Partie seinen zwischenzeitlichen Bluthochdruck.

Entspannen konnte sich der Moabiter Trainer sowieso erst mit dem Schlusspfiff. Denn nach Kobzas Streich wurde es erst richtig turbulent. Lara Lechner schnappte sich direkt nach dem Anstoß den Ball und zog nach einem Dribbling zentral aus der Distanz ab: 3:2 für Moabit (54.). Endlich Ruhe im Karton? Mitnichten! Jetzt wollte Preußen mitspielen, wollte den erneuten Ausgleich - und kam auch noch einmal richtig gefährlich vor das FSV-Tor. Heidi Swiniarski entschärfte aber die BFC-Chance gekonnt. In der Schlussphase kombinierte sich Moabit dann einmal schön durch die nun gelockerte Preußen-Deckung. Aylin Mizmizlioglu schloss den Konter ab und machte den Deckel für den FSV drauf (58.). "Ich glaube die wollen, dass ich einen Herzinfarkt kriege", stöhnte Wegener unmittelbar nach dem Ende der Begegnung.

Mizmizlioglu war dann auch die einzige Moabiterin, die als korrekte Torschützin im Spielbericht auftauchte. Den abgefälschten Abbes-Schuss ordnete Schiedsrichter Rolf Jakubasch ihrer Teamgefährtin Jule Wiedmeier zu, die beiden abgefälschten Fernschüsse von Lara Lechner wertete er jeweils als Eigentor. Dem Jubel der Sieben aus Mitte über die drei Punkte tat das natürlich keinen Abbruch.

Moabiter FSV: Swiniarski, Tanaka (41. Kinmond), Kinmond (26. Mizmizlioglu), Ottinger (41. Getzkow), Mizmizlioglu (16. Abbes), Wiedmeier, Lechner. Tore: 0:1 ? (28.), 1:1 Cseri (37.), 1:2 ? (48.), 2:2 Kobza (53.), 2:3 ? (54.), 2:4 Mizmizlioglu (58.). Schiedsrichter: Rolf Jakubasch.