Spielberichte der 1.Damen

Immer noch im Lostopf

Die Fußballerinnen des Moabiter FSV haben am vergangenen Sonntag den SC Borsigwalde mit 3:2 bezwungen und sich damit ihre Aufstiegschancen bewahrt. Die herausragende Spielerin auf dem Platz war Sabrina Kaluza, die zwei Treffer selber markierte und einen vorbereitete.

Moabit - Schön bleibt er der Fußball, weil es immer wieder Momente gibt, in denen sich der geneigte Beobachter ungläubig die Augen reiben muss. Etwa in der 23. Minute dieser Partie. Da hatte nämlich Evergreen Viola Bluhm auf 2:1 für Borsigwalde gestellt, nur drei Minuten nach dem Ausgleich durch ihre agile Mannschaftskameradin Coralie Kokott. Dass die beiden treffsicher sind, ist jetzt nicht so überraschend, zusammen bringen sie es in dieser Spielzeit auf stolze 26 Tore. Der Zeitpunkt der Spielwende und das Zustandekommen der Buden waren es, die staunende Gesichter am Spielfeldrand provozierten. Moabit hatte das Geschehen bis dahin deutlich diktiert, hatte spielerisch überzeugt und war durch die glänzend aufgelegte Spielführerin Sabrina Kaluza (feine Einzelleistung in der Box) verdient in Front gegangen (13.).

Dann der Doppelschlag aus dem Nichts. Spitze Kokott behauptet erst alleine gegen und mit freundlicher Hilfe von drei Moabiter Abwehrspielerinnen den Ball und legt auf eine Kollegin aus der nachrückenden Fraktion ab. Deren Distanz-Bogenlampe prallt von der Latte in den Strafraum, Kokott ist am schnellsten zur Stelle: 1:1. Kurz darauf bedient FSV-Interimstorhüterin Carlien Abbes mit einem verunglückten Abschlag Bluhm, die sich artig mit dem 1:2 bedankt.

Dass es für das Team aus Mitte doch zu dem so wichtigen Dreier kam, war der Moral des gesamten Teams zuzuschreiben. Völlig unbeeindruckt machte der FSV weiter, wo er vor dem Doppelpack der Gäste aufgehört hatte: Mit engagiertem, schönem Angriffsfußball. In der 36. Minute wurde das belohnt: Mit zwei herrlichen Doppelpässen hebelten Kaluza und Sarah Wienhold die SC-Abwehr aus, Wienhold kam auf Höhe des Elfmeterpunkts zum Schuss und schob zum Ausgleich ein. Kaluza, die ihr Team unaufhörlich antrieb, hatte dann vor der Pause und nach einer Ecke von Dori Mersch noch die Führung auf dem Kopf, genauso wie Wienhold nach erneuter Traumkombination.

Die zweite Schicht begann mit einem Paukenschlag. Ein Fernschuss der seit Wochen in Topform spielenden Dori Mersch klatschte an den Pfosten. Auch der Versuch von Geburtstagskind Julia Kovtun zischte nur knapp rechts am Borsigwalder Gehäuse vorbei. Moabit blieb bestimmend und erzielte nach etwa einer Stunde Spielzeit den Siegtreffer. Karo Kreuder zirkelte einen Eckball von links auf den Kopf von Kaluza und die versenkte das Spielgerät gekonnt gegen die Laufrichtung von SC-Torhüterin Raphaela Wolter zum vielumjubelten 3:2 in den Maschen.

Mit Vollgas auf die Zielgerade

"Ich bin sehr zufrieden", sagte FSV-Trainer Matthias Vogel nach dem Abpfiff. "Wir spielen seit Wochen ohne unsere großen Stützen Nagel, Groß und Allershausen und mussten heute auch noch auf unsere Kapitänin Kirchmaier verzichten. Die Mannschaft hat das schon vergangene Woche beim 2:2 in Buchholz großartig kompensiert und heute noch eins drauf gesetzt. Noch etwas: Es ist noch nicht lange her, da hätten wir uns nach so einem zwischenzeitlichen Rückschlag nicht erholt."

Dank des Dreiers biegt der Moabiter FSV jetzt zusammen mit Berolina Mitte und Hertha Zehlendorf auf die Zielgerade im Rennen um die Aufstiegsplätze ein. Da der SV Seitenwechsel traditionell auf den Aufstieg verzichtet, machen ihn diese drei Mannschaften unter sich aus, die Zweite des BSC Marzahn ist nach der Niederlage gegen Bero (1:2) wohl raus. Moabit fährt mit vollem Tank zum Endspurt nach Kreuzberg und Schmöckwitz, Franziska Groß, Regina Kirchmaier und Jana Allershausen sind wieder an Bord.

Moabiter FSV: Abbes, Kovtun, Herzog, Virchow, Haacke, Kreuder (82. Hussy), Ziese, Mersch, Stephani, Kaluza (80. Reich), Wienhold. Tore: 1:0 Kaluza (13.), 1:1 Kokott (20.), 1:2 Bluhm (23.), 2:2 Wienhold (36.), 3:2 Kaluza (53.). Schiedsrichter: Mehmet Kizilgül. Zuschauer: 25.