Mannschaften

Von sympathischen „Assis“ und schmatzenden Menschen

Neu aus der Reihe: Wer kickt denn eigentlich beim Moabiter FSV? Zum Beispiel Jana Heyde.

Jana Heyde ist ein Moabiter Eigengewächs, immer im Training und sie mausert sich mehr und mehr zu einer Integrationsfigur des Vereins. Das Verhältnis zum Kollegen Ball hat sich in den vergangenen zwei Jahren merklich verbessert und deshalb darf er sie immer öfter bis zum Schluss ihrer Tempoläufe auf dem Flügel begleiten. Die zusätzlichen Fangzäune hinter den Torauslinien – einst aufgestellt zu ihrem Schutz – sind längst Geschichte. Wer ein bisschen mehr über die 19-jährige Frohnatur wissen will, ist jetzt und hier an der richtigen Stelle im Netz - sie hat nämlich mit der Moabiene gesprochen.

 

 

Moabiene: Blondie yo! Danke, dass Du Dir Zeit genommen hast. Ich bin so schrecklich neugierig: Dreh' mal Deine Hosentaschen um. Was hast Du dabei?
Jana: "Ach weißt du, bei diesen neumodischen Röhrenjeans passt ehrlich gesagt nicht mehr viel in die Taschen. Na gut, mein Handy findet gerade mal noch so Platz darin, aber das war’s dann auch schon."

 

Okay Jana, was machst Du, wenn Du gerade nicht auf dem Fußballplatz rumtobst? Was interessiert Dich? Ich meine außer Briefmarken und Münzen sammeln...
"Tatsächlich beschäftige ich mich abseits (Wortspiel, ha ha) des Vereinsfußballs auch mit anderen sportlichen Aktivitäten. Sei es der Gang ins Fitnessstudio morgens oder doch mit Freunden Badminton, Volleyball, Tischtennis oder - wer hätte es gedacht- Fußball spielen gehen. Vor allem bei schönem Wetter genieße ich das total."

 

Sommer 2016 in Berlin! Welcher Sound dröhnt aus Deinen Boxen? Helene Fischer?
"Eher nicht, haha. Sommerhits ändern sich bei mir wöchentlich. Wenn ich mein Radio einschalte um mich fertig zu machen, dann muss es etwas sein, was gute Laune macht und einen zur Bewegung zwingt. Also diese Woche ist es von Cookin' on 3 burners der Song "This Girl".

 

Die Hauptstadt hat so viele geile Kneipen, Cafés und Clubs. Das geht auf Kosten der Übersicht. Hilf unseren Lesern. Wo muss man hin? Wo hängst Du als originale Wedding Braut mit Deinen Buddies am liebsten ab?
"Das ist lustig, zumal ich nur dann in meiner Gegend bin, um in die U-Bahn Richtung Moabit/Charlottenburg zu steigen. Clubs und Kneipen sagen mir auch nicht wirklich zu, deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass ich mit meinen ,,Buddies“ bei gutem Wetter nahezu immer an der Spree bin, überwiegend Nähe des Bundeskanzleramts. Ein immer zu empfehlendes Café ist natürlich das Moab in der Lehrterstraße. Und das sage ich nicht nur, weil das zufällig unser Vereinslokal ist ;)."

 

Mal abgesehen vom Thema "Die Welt brennt" - was bringt Dich so richtig auf die Palme?
"Schmatzende Menschen! Egal ob in der Bahn, im Restaurant oder auf der Straße, keiner hat Interesse, einen Cheeseburger in seinen kleinsten Bestandteilen zermalmt im Mund eines Fremden zu sehen, geschweige denn zu hören!"

 

Du bist 19 Jahre alt, hast gerade ein gutes Abitur hingelegt. Was passiert jetzt? Wie geht der Traum, den Du leben möchtest?
"Wenn ich das nur selbst mal langsam wüsste. Ich bin diesbezüglich noch immer ziemlich planlos. Jetzt will ich mich erstmal im Studium für Sportwissenschaften beweisen. Wer weiß, was mich innerhalb dieser Zeit bewegt und interessiert. Vielleicht wache ich ja irgendwann mal auf und hatte tatsächlich einen Traum von meinem zukünftigen Ziel."

 

"Ich zitiere: Weltmeister samma. Den Pott hamma.“

 

Die unausweichliche Frage: Wer ist für Dich der perfekte Fußballer/die perfekte Fußballerin?
"Es kommt ganz darauf an, wie man ,,perfekt“ definiert. Bezieht man sich auf das bloße technische Können, so sind Messi und Ronaldo natürlich gute Anwärter. Meiner Meinung nach macht aber auch der Charakter einen Spieler aus. Deshalb ist Thomas Müller für mich der perfekte Fußballer. Einige behaupten, er sei auf dem Feld zwar ein ,,Assi“, spiele also nicht immer fair, außerhalb des Spielfeldes allerdings empfinde ich Müller als den sympathischsten Spieler von allen, auch wenn man ihn nicht persönlich kennt. Ich zitiere nur: ,,Des interessiert mich ois net, der Scheißdreck. Weltmeister samma. Den Pott hamma.“

 

Vermutlich wirst Du nicht mehr reich mit dem Kicken. Trotzdem: Deine Trainingsbeteiligung ist sensationell. Was treibt Dich an? Welche Skillz gilt es zu verbessern und was willst Du selber und mit dem Team in der neuen Saison erreichen?                                                                                                                      "Mit dem Selbst-Kicken wahrscheinlich nicht mehr, aber wer weiß, vielleicht arbeite ich ja bald für den DFB? ;) Die Routine macht bei einem Menschen eine Menge aus. Das ist beim Fußballtraining doch nicht anders. Hat man sich erst an den ,,Dienstag und Donnerstag um 18:30 Uhr los zum Training - Rhythmus“ gewöhnt, dann stellt man sich erst gar nicht mehr die Frage, ob man denn wirklich bei so einem Wetter zum Training sollte. Mein wohl größtes Hindernis auf dem Platz ist die Technik, die gilt es vor allem zu verbessern. Über einen sensationellen Aufstieg von uns in die Verbandsliga muss man wohl vorerst nicht nachdenken. Wir müssen versuchen, in dieser Saison unser Potential kontinuierlich auszuschöpfen und jeder Mannschaft ein unangenehmer Gegner zu sein."

 

Vervollständige bitte diesen Satz: "Ich spiele soooo gerne beim Moabiter FSV, weil ...
"... ich in diesem Verein bereits Höhen und Tiefen erlebt und immer den Willen aller Beteiligten bewundert habe, wie sie für den Verein gekämpft haben. Außerdem sind die Trainer/-innen und Spielerinnen hier etwas ganz Besonderes. Es ist einfach immer wieder schön, sie auf dem oder neben dem Platz zu sehen."

 

Vielen Dank Jana. Hat echt Spaß gemacht. Die Moabiene ist hoch zufrieden. Hast Du abschließend noch ein schönes Lebensmotto parat? Bitte nicht zu platt.
"Lebensmottos klingen doch immer so platt… Allerdings bewährt sich meiner Meinung nach immer wieder der Spruch: ,,Jeder ist seines Glückes Schmied“. Jeder führt sein eigenes Leben und jeder hat eine andere Vorstellung davon, wie er seines zu leben hat mit der Hoffnung, sein ganz persönliches Glück so zu finden."

 

Interview: Die Moabiene