B - Juniorinnen

BSC Marzahn - Moabiter FSV 2:3 (2:1)

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Mit starker 2. Halbzeit und etwas Glück 3 Punkte aus Marzahn entführt.
Irgendwie hatte ich heute ein komisches Gefühl. Was und wie genau kann ich auch nicht so richtig beschreiben, aber es scheint mich nicht getäuscht zu haben. Die letzten Trainingseinheiten waren auch so lala, das Spiel gegen Südring spukte offenbar noch so einigen im Kopf herum. Ich wurde deshalb nicht müde, vor dem heutigen Gegner zu warnen, hatte aber irgendwie den EIndruck, dass, zumindest in der 1. Hälfte, weder ich noch das Spiel ernst genommen wurde.
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Oder lag das nur an der körperlichen Überlegenheit der Marzahnerinnen? Wir übten uns jedenfalls in Ehrfurcht. Keine Bewegung ohne Ball, dafür leichte Ballverluste ohne Ende und Anspiele, die über 4, 5 Meter nicht die Mit - sondern in schöner Regelmäßigkeit die Gegenspielerinnen erreichte.
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Ganz anders die Gastgeberinnen. Die wollten! Aber so richtig konnten sie auch nicht. Das war zu diesem Zeitpunkt wohl auch unser Glück. Wären die Marzahnerinnen technisch besser gewesen, hätten Sie uns in der 1. Halbzeit in Grund und Boden gespielt. Wie hatten zu diesem Zeitpunkt nichts entgegenzusetzen. Sympthomatisch hierfür sind auch die beiden Gegentore, die so nie und nimmer fallen dürfen.
In der 12. Minute drischt eine Marzahner Spielerin aus halblinker Position und aus ungefähr 25 Metern einfach mal auf unser Tor.
Der Ball wird lang und länger, fliegt über die verdutzte Vanessa, die hier viel zu weit vor dem Tor stand, hinweg und landet in den Maschen. 1:0.
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Im direkten Gegenzug hat Melissa mit unserer ersten vernünftigen Passfolge die Gelegenheit auszugleichen, ballert allerdings unüberlegt aufs Tor und schießt die Torhüterin an.
So langsam fangen wir an, uns zu wehren, aber spielerisch ist das ganze immer noch gruselig anzusehen. Dann kommt es, wie es kommen muss. Ecke für Marzahn, Vanessa steht wieder falsch und drin isser. Direkt verwandelte Ecke, 2:0. Zur Ehrenrettung unserer Torhüterin muss allerdings auch gesagt (geschrieben?) werden, dass sie uns in der 2. Halbzeit durch Ihr dann hervorragendes Stellungsspiel mehrmals den Allerwertesten gerettet hat.
Meine Laune war auf dem Nullpunkt....Da hatten wir uns so viel vorgenommen und das sollte jetzt alles sein?
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So musste ich dann doch mehrmals lautstark intervenieren, was gefühlt aber auch nicht brachte. Melissa war es dann, die den Moabiter Anhang dann kurz vor der Pause doch noch jubeln ließ. Geschickt setzte sie sich gegen drei Gegenspielerinnen durch und schaffte es diesmal den Ball im Tor zu versenken. Pause.
Um ehrlich zu sein, wusste ich im ersten Augenblick gar nicht so recht, was ich sagen sollte, ich erkannte meine Mannschaft kaum wieder. Also erinnerte ich noch einmal an das, was wir seit Wochen trainieren und dass es keinen Grund gibt, sich hier zu verstecken.
Gleich vom Anstoß weg, stand da eine ganz andere Moabiter Mannschaft auf dem Platz. Jetzt wurde gespielt und Marzahn in die eigene Häfte gedrückt. Torchancen hatte wir jetzt einige, nur das Runde wollte einfach nicht in das Eckige. Dann die 53.Minute: Melissa kommt im Strafraum zu Fall und der Schiri zeigt auf den Punkt. Laute Proteste von der Marzahner Bank. Ob es nun ein Strafstoß war oder nicht? Aus meiner Position heraus schwer zu beurteilen. Jedenfalls nimmt sich "Alu" ein Herz und versenkt den Ball sicher im gegnerischen Tor. 2:2. Weiter Spiel auf das Marzahner Tor, ein Unentschieden reicht uns jetzt nicht mehr.  Freistoß in der 59. Minute. Erneut schnappt sich "Alu" den Ball und führt aus. Beim Versuch, den Schuß abzuwehren, behindern sich zwei Marzahnerinnen gegenseitig und bugsieren den Ball unhaltbar für die Torhüterin ins eigene Tor.
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Die letzten 10 Minuten drängt Marzahn jetzt wieder stärker, wir verstärken die Defensive (ja, Melissa, ich hab´s kapiert) und versuchen es über den einen oder anderen schnellen Konter. Mehrmals muss Vanessa eingreifen und hält unsere Führung fest. So retten wir das Ergebnis über die Zeit. Schade, dass sich wenige Minuten vor dem Schlußpfiff Laura sich noch verletzte. Hoffentlich bist Du bald wieder fit.
So Ladys, das war ja dann doch noch ein versöhnliches Ergebnis. In der ersten Halbzeit war der stärkste Mannschaftsteil unsere Abwehr, auch wenn wir uns zwei absolut unmögliche Gegentore eingefangen haben. Später wurde es dann allgemein etwas besser, ich möchte daher keine "beste Spielerin" benennen. Auf Grund Ihres Alters möchte ich hier aber besonders Jessy loben, die auf Ihrer Seite eine sehr starke Gegenspielerin hatte und kaum etwas zuließ. Danka auch an Marcel, der mir seelischen Beistand leistete und an unsere Edelfans Maria, Jana und Brinja. Letzteren beiden wünsche ich eine möglichst baldige Genesung, auch wenn ich weiß, dass es bei Jana in dieser Saison wohl nichts mehr werden wird.
 
Euer Dirk