Wenn du den Stein vom Herzen fallen hörst

Ein dickes Ausrufezeichen im Abstiegskampf der Landesliga haben die Fußballerinnen des Moabiter FSV am Sonntag gesetzt.

Bei der Verbandsliga-Reserve des SFC Stern 1900 gelang der Elf von Trainer Adem Dogan ein überraschender 1:2-Sieg. Die Treffer markierten Clara Bader und Sahra Wienhold.

Berlin/Steglitz – Derzeit geht es im Keller der Liga heiß her. Mehrere Teams sind unfreiwillige Anwärter auf den drittletzten Platz, der am Ende den Abstieg in die Bezirksliga bedeuten würde – darunter eben auch Moabit und Stern. Dazu hatte ein weiteres Kellerkind – Johannisthal – bereits am Samstag sensationell beim Klassenprimus FSV Hansa 07 dreifach gepunktet und dadurch den Druck auf die Konkurrenz amtlich erhöht.

Beiden Mannschaften war die Bedeutung der Partie deutlich anzumerken. Nervosität war Trumpf – und nur damit lässt sich auch der schnelle Rückstand von Moabit erklären. Nach einer harmlosen Ecke wurde der Ball nicht sauber geklärt, fiel der unbewachten Line Rehländer vor die Füße und die knallte den Ball aus kurzer Distanz in die Maschen (13.). 1:0, überschwänglicher Jubel bei Stern. Und Coach Dogan monierte zu Recht: „Das war viel zu einfach!“ Gut für den FSV: Das Hochgefühl der Gastgeberinnen hielt nicht lange an. Einer der besagten langen Bälle fand nämlich kurz darauf den Weg zu Sarah Wienhold, die von rechts Clara Bader im Zentrum mustergültig bediente. Der Rest war Formsache für die fleißige Offensivkraft. Sie schob flach ein (7.) – Saisontreffer Nummer acht.



Nach der Pause erlebten die 50 Zuschauer eine sehr intensive und spannende Partie. Zunächst schien der FSV Oberhand zu gewinnen, danach hatte der SFC seine beste Phase. Weil er aber da drei gute Torchancen ein wenig fahrlässig ausließ, wurde er – wie es eben im Fußball oft ist – bestraft. Kurz vor dem Ende der Partie schickte Bader ihre Sturmpartnerin Wienhold auf die Reise, die ihrer Gegenspielerin auf halbrechts entwischte und aus spitzem Winkel das Spielgerät zum 1:2 in die lange Ecke packte (86.). Ein wenig Zittern war noch angesagt, weil der Schiedsrichter großzügig nachspielen ließ. Moabit verteidigte mit Frau und Maus und als der Schlusspfiff endlich ertönte, fielen sich die Spielerinnen des FSV Moabit in die Arme oder erschöpft auf den Boden.


Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf wohl eher entsprochen, aber das war dem FSV natürlich völlig egal – zu wichtig waren diese drei Punkte im Abstiegskampf. Moabit hat damit zunächst die Abstiegsränge verlassen und Adem Dogan hätte sich seinen Kommentar „Mir ist ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen“ genauso gut sparen können. Das konnte man nämlich hören. 

Matthias Vogel  

FSV Moabit: Köbke, Kovtun, Heyde, Ottinger (Rölle), Kirchmaier, Wienhold, Fischel, Bader, Eiersbrock (Hansbauer), Ziese, Nagel. Tore: 1:0 Rehländer (7.), 1:1 Bader (13.), 1:2 Wienhold (86.).