Bittere Pille - FFC Berlin 2004 - FSV Moabit 4:2 (2:1)


Hellersdorf/Moabit - Es war eine ganz bittere Pille, die die Fußballerinnen des FSV Moabit am Sonntag schlucken mussten. Beim Tabellenschlusslicht der Landesliga setzte es eine 2:4-Niederlage. Damit verpasste es die Elf von Trainer Adem Dogan, sich im tobenden Abstiegskampf ein Punktepolster zuzulegen.

 

Fußball ist beizeiten ein kleines Ekel. Zugegeben, es war nicht der Tag der Moabiter Frauen. Und dennoch: Hätte Saskia Ziese mit ihrem wuchtigen und platzierten Kopfball fünf Minuten nach der Pause den Ausgleich zum 2:2 erzielt, wer weiß, ob der FSV nicht doch noch die Kurve gekratzt hätte. Julia Kovtun hatte mit einer schönen Ecke von der linken Seite Ziese bedient. Coach, Co-Coach und Edelfan hatten nach ihrem Versuch den Torschrei schon auf den Lippen. Doch FFC-Keeperin Juliane Knybba fischte die Kugel grandios aus der langen Ecke. Dem Moabiter Übel nicht genug, beförderte Janine Köhler nur zwei Minuten später das Spielgerät per Freistoß und aus großer Distanz in den Winkel des Moabiter Gehäuses (52.). 3:1 – da war die Messe eigentlich schon gelesen.


 Zwar kam das Dogan-Team nach genialem Pass von Clara Bader und dem eiskalten Abschluss von Sarah Wienhold (60.) noch einmal heran – das Aufbäumen gegen die drohende Niederlage blieb allerdings aus. Im Gegenteil: Eine Viertelstunde vor Schluss besiegelte Köhler mit ihrem zweiten Treffer dann endgültig die 4:2-Pleite des FSV (76.).

Besonders ärgerlich für den FSV: Dem 1:0, 2:1 und 4:2 gingen lange Flugbälle der Marke „harmlos“ voraus, für die sich jeweils keine Moabiter Spielerin zuständig fühlte. In der ersten Hälfte war es deshalb einfach für Vivien Kneisel (1.) und Meike Hellthaler (40.), in die Zuspiele zu spritzen und jeweils die Führung für den FFC zu markieren. Köhlers Ball zum 4:2 sprang auf und dann sogar direkt über FSV-Torhüterin Jasmin Köbke hinweg ins Tor. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Clara Bader (25.) war sehenswert und entsprang einem schönen Zuspiel von Julia Kovtun, so recht freuen konnte sich darüber am Ende niemand mehr. Noch steht der Moabiter FSV über dem roten Strich, aber die Luft im Abstiegskampf ist nach dieser unnötigen Niederlage deutlich dünner geworden.

Matthias Vogel

FSV Moabit: Köbke, Kovtun, Heyde, Hansbauer, Ottinger, Kirchmaier, Wienhold, Fischel, Bader, Eiersbrock, Ziese. Tore: 1:0 Kneisel (1.), 1:1 Bader (25.), 2:1 Hellthaler (40.), 3:1 Köhler (52.), 3:2 Wienhold (60.), 4:2 Köhler (76.).