Ein rabenschwarzer Tag

Es hat einfach nicht gereicht. Trotz einer engagierten Vorstellung mussten die Mädels vom Moabiter FSV am Sonntag einen Niederlage einstecken. Am Ende einer turbulenten Landesliga-Partie hieß es 4:2 (0:1) für die Gäste von Johannisthal. Damit wird die Luft für die FSV-Frauen im Kampf gegen den Abstieg mächtig dünn.

Moabit/Berlin - Trainer Adem Dogan hatte für sein Team einen guten Plan ausgeheckt: Pressen sollte es, dem Gegner zeigen, dass die drei Punkte an diesem Tag in Moabit bleiben würden. Zunächst sah es auch so aus, als ob die Rechnung aufgehen würde. Hinten stand die Abwehr um die beiden Innenverteidigerinnen Saskia Ziese und Liisa Andersson stabil, dazu agierte die Offensive aggressiv. Damit hatte das favorisierte Johannisthal offenbar nicht gerechnet, es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, eine halbe Stunde lang ohne nennenswerte Strafraumszenen.

Als Nanett Ottinger dann eine Minute nach der ersten Großchance der Gäste - ein toller Volleyschuss von Elisabeth Harke, der nur knapp am rechten Pfosten des FSV-Gehäuses vorbeistrich (31.) - selbige mit dem 1:0 beantwortete, wähnten sich die Moabiter endgültig auf dem richtigen Weg. Der Treffer war zudem großartig herausgespielt. Sarah Wienhold bediente mit einem herrlichen Steilpass die eingelaufene Ottinger. Ein Johannisthaler Bein war noch dran an der Kugel, die dann aber wieder vor die Füße der Moabiter Mittelfeldspielerin kullerte. Ottinger steuerte entschlossen auf Gästekeeperin Jana Kubrinski zu und schob zur verdienten Führung ein (32.). 1:0, großer Jubel - Tore sind nicht Ottingers Markenzeichen. Beide Teams hatten in der Folge jeweils noch eine passable Möglichkeit, doch bis zur Pause blieb es beim 1:0 für den FSV.

 

 

Wenn sich Ereignisse überschlagen

Nach dem Seitenwechsel machte Johannisthal deutlich mehr Alarm. Die überragende Michel Hon war jetzt wirklich überall zu finden und nirgends wirklich zu stoppen. Zusehends erhöhte sich der Druck der Gäste, die sich nun auf ihre spielerischen Qualitäten besannen und Moabit in arge Nöte brachten. Beim Ausgleich waren sie dennoch auf fremde Hilfe angewiesen. Eine scharfe Hereingabe von rechts lenkte Ziese unglücklich in die Moabiter Maschen (60.). Jetzt überschlugen sich die Ereignisse: Liisa Andersson stocherte kurz darauf nach einer Ecke den Ball zum 2:1 ins Johannistaler Tor (63.), postwendend kassierte Moabit den erneuten Ausgleich. Anne-Katrin Herbst hatte etwas gegen aufkommende "Frühlingsgefühle" des FSV und traf - ebenfalls nach einer Ecke - per Kopf (65.).

Eine Viertelstunde vor Ende der Begegnung nahm das Unglück der Heimelf ihren Lauf. Torhüterin Jay Jay Köbke konnte einen Flachschuss nur abklatschen und Harke staubte ab (75.). Zum Aufbäumen fehlte dem FSV, der nur mit elf Spielerinnen angetreten war, jetzt die Kraft und kurz darauf war dann auch der Deckel drauf. Laura Eiersbrock rutschte der Ball über den Scheitel ins eigene Tor: 2:4.

 

 

Dünne Luft

Nach dem Spiel gab es hängende Köpfe und einige Stimmen zum Spiel. "Hellersdorf hat parallel ein Unentschieden erreicht. Jetzt wird es eng", sagte Vereinschefin Saskia Ziese. Trainer Adem Dogan wertete das Spiel so: "Wir haben es leider versäumt, uns für die sehr gute erste Hälfte zu belohnen. Nach dem 1:0 hatten wir eine Zwei-gegen-eins-Situation. Wenn wir da gleich das zweite Tor machen, hätte es vermutlich anders ausgesehen."

Zwei Spiele stehen jetzt noch aus, ausgerechnet gegen zwei Schwergewichte der Liga: Türkiyem und Hansa. Die Luft wird dünner und dünner für den FSV.

 

Matthias Vogel

 

Moabiter FSV: Köbke, Eiersbrock, Andersson, Ziese, Hansbauer, Kovtun, Nagel, Heyde, Ottinger, Bader, Wienhold. Tore: 1:0 Ottinger (32.), 1:1 Ziese (60., ET), 2:1 Andersson (63.), 2:2 Herbst (65.), 2:3 Harke (75.), 2:4 Eiersbrock (81. ET). Fähnchenhalter: Paul (45. Niko).