Quicklebendig: Der Moabiter FSV

Türkiyemspor – Moabiter FSV  0:0

Das war ein hartes Stück Arbeit! Die Fußballerinnen des FSV Moabit haben sich beim Aufstiegsaspiranten Türkiyemspor einen Punkt erkämpft und damit ihre Chancen auf ein weiteres Jahr in der Landesliga deutlich erhöht. Die Elf von Coach Adem Dogan war über 90 Minuten zum Reagieren gezwungen, ließ aber kaum Chancen der überlegenen Kreuzbergerinnen zu.

 

Was Annika Schauer, Türkiyems Spielführerin, kurz vor dem Anpfiff der zweiten Schicht ihrer Kollegin steckte, traf bereits des Pudels Kern: „Gegen stärkere Gegner, die mitspielen wollen, ist es einfacher für uns.“ 90 Minuten drängte der Tabellendritte auf ein Tor. Allein was fehlte, war ein echtes Konzept gegen bewusst defensiv eingestellte Gäste. Sich der spielerischen und technischen Unterlegenheit seines Teams bewusst, packte FSV-Trainer Dogan nämlich die alte Huub-Stevens-Direktive aus: „Die Null muss stehen!“

Bis zur Pause stand diese Null wie eine Eins, weil Dunja Bachnaoui in der 27. Minute die einzige Chance von Türkiyem ausließ. Die herausragende Sanna Al-Agha hatte im Strafraum gleich vier FSV’lerinnen ausgetanzt und auf die heransausende Bachnaoui quer gelegt. Und die ballerte das Spielgerät aus zehn Metern Entfernung knapp am rechten Pfosten vorbei. Nur zwei Minuten zuvor hätte die bärenstarke FSV-Angreiferin Clara Bader für völlige Konfusion auf der Türkiyem-Bank sorgen können: Sie entwischte über links der Heimabwehr mit dem Ball am Fuß, spitzelte den Ball aber dann am Tor vorbei.

Die ballgewandte Elf aus Kreuzberg war auch nach dem Seitenwechsel dominant. Gute Ideen, die aufopferungsvoll kämpfenden Moabienen zu knacken, blieben aber aus. Mit ursächlich dafür war, dass sich FSV-Linksverteidigerin Julia Kovtun und Mittelfeldkraft nach anfänglichen Schwierigkeiten besser auf die unglaublich agile Außenstürmerin Karla Krüger eingestellt hatten und dass Liisa Andersson und Saskia Ziese in der Moabiter Innenverteidigung einen grandiosen Job verrichteten. Ein Flachschuss der Gastgeberinnen aus der Distanz pfiff links am Gehäuse der wachsamen FSV-Torwächterin „Jay Jay“ Köbke vorbei, das war's. Die anderen Versuche landeten in der zweiten Etage.

Am Ende vom Lied, das der Referee auch noch drei Minuten länger hören wollte, stand die Null - aus Moabiter Sicht wie geheißen. Adem Dogan und Co-Trainer Matthias Vogel hatten wieder ein paar graue Haare mehr und der erstrebte Punkt war auf dem Konto. Der FSV Moabit atmet nach großartigem Kampf ein bisschen durch, Türkiyem ist aus dem Aufstiegsrennen raus.

Adem Dogan sagte nach dem Spiel: „Tolle Leistung meiner Mannschaft. Remis gegen den designierten Meister Pankow, ein Unentschieden gegen diese starke Truppe hier und heute, es wäre schade, wenn wir absteigen würden.“ Co-Trainer Vogel ergänzte: „Dieser Punkt ist nicht hoch genug zu bewerten. Wir hatten wieder nur elf Spielerinnen, davon waren einige auch noch angeschlagen. Gegen starke Teams wie Türkiyem läuft es nur über den Kampf. Den konnten wir dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung liefern. Alles zusammengenommen, ist das Remis gar nicht mal sooo unverdient.“

Matthias Vogel

 

Höllenteam vom anderen Stern Moabiter FSV: Hexerin Jay Jay, Laura, Liisa „Die schwedisch-finnische Eiche“, Boss Saskia, Julia "Die mit dem Bums", Rölli, Jana „Wo zur Hölle sind meine Jungs?“, Regina, Nanett, Clearence, Pflaume. Fahnenwinker ohne Fehler: Daner. Tore: Fehlanzeige. Gelbe Karte: Was ist das?