Leistungssteigerung zur rechten Zeit

Die Frauen des Moabiter FSV landen Pokal-Kantersieg und scheinen für den Landesliga-Auftakt am kommenden Wochenende gut gerüstet zu sein.

Die Generalprobe zu verpatzen, so eine bekannte Redewendung im Theaterspiel, sei ein gutes Omen für die Premiere. Ob das generell so auf den Fußball zu übertragen ist, sei einmal dahingestellt. Für die Fußballerinnen des Moabiter FSV traf die Binsenweisheit jedenfalls am Sonntag voll und ganz zu. Während des jüngsten Tests vor einer Woche beim Bezirksligisten SV Askania Cöpenick hatte die Elf des Trainers Matthias Vogel noch alles Mögliche, nur leider keinen Landesliga-Fußball gespielt. Umso brillanter war der Kick des FSV am Sonntag beim Pflichtspielauftakt. In der ersten Runde des Polytan-Pokals fertigte Moabit den Bezirksligisten Mariendorfer SV auf heimischem Terrain mit 8:2 ab und überzeugte dabei vor allem mit tollem Kombinationsspiel.

Klar, die Gäste waren als „Underdog“ angereist. Aber wie im Spiel des FSV gegen Cöpenick ja zu sehen war, ist Klassenunterschied keine Frage, die auf dem Papier beantwortet wird, sondern auf dem Platz. Und das haben sich die Moabienen offenbar gemerkt. Schnell war geklärt, dass es keine Überraschung geben würde. Bereits in der 2. Spielminute ging der FSV mit 1:0 in Führung. Almut Pelzer hatte Angreiferin Sarah Wienhold mit einem traumhaften Steilpass perfekt in Szene gesetzt. Wienhold ging an der Mariendorfer Torhüterin vorbei und schob ein. So ging es weiter im Takt, bereits zur Hälfte des ersten Spielabschnitts war die Partie entschieden. Jana Allershausen (10.), erneut Wienhold (21.) und Regina Kirchmaier (26.) hatten das Zwischenergebnis zügig in die Höhe geschraubt. Kurz vor der Pause markierte Allershausen sogar noch das 5:0, Wienhold hatte das Spielgerät schulbuchmäßig für die schnelle Angreiferin durch die Schnittstelle der Mariendorfer Abwehrreihe gesteckt (34.).

Am Ende der Partie hieß es 8:2 und dieses Resultat musste jedem Zuschauer und muss jedem Leser noch einmal vollsten Respekt vor beiden Teams abnötigen. Hier die designierten Verlierer, die sich nie hängen ließen und wenigstens noch zwei Ehrentreffer herausholten, dort der FSV Moabit, der trotz sengender Hitze noch ein paar Kisten drauflegen wollte. Das geschah dann auch. Wienhold traf zum dritten und vierten Mal ins Schwarze (57., 69.), Kirchmaier krönte ihre tolle Leistung mit ihrem zweiten Tor (73.). Coach Vogel sagte nach der Partie: „Kompliment an das Team. Nach dem Spiel gegen Cöpenick dachte ich: „Kann die Vorbereitung bitte noch drei Wochen dauern?“ Jede einzelne Spielerin hat sich aber gesteigert und jetzt habe ich das Gefühl: „Es darf ruhig losgehen.“ So ist er eben, der Fußball. Und ich freue mich, eine Runde weiter zu sein. Jedes Spiel hilft uns. Am liebsten als Gegner wäre mir jetzt ein höherklassiger Club“

FSV Moabit: Swiniarski, Pelzer, Fischel, Ziese, Kovtun, Ottinger, Heyde, Groß, Allershausen, Kirchmaier, Wienhold.