Kein Happy End und kein Lewandowski

Hauptkategorie: Saison 2015/2016
Kategorie: Damen 2015/2016
Veröffentlicht am Sonntag, 27. September 2015 20:39
Geschrieben von Matthias Vogel
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Das tut weh! Die Moabiter Landesliga-Fußballerinnen zeigten sich in den jüngsten beiden Punktspielen im Vergleich zum Saisonauftakt gegen den SC Borsigwalde (2:4) zwar stark verbessert, konnten aber dennoch nur einen Punkt auf ihr Konto schaufeln. Nach dem 1:1 (1:1) gegen den SV Adler am vergangenen Wochenende, setzte es an diesem Wochenende eine 2:4 (1:2)-Pleite beim SV Seitenwechsel.

 

Moabit – Nein, im Vorbeigehen sollte es nichts zu holen geben für die routinierte und spielstarke Mannschaft des SV Seitenwechsel. Und die junge FSV-Elf warf sich auch mächtig ins Zeug, um es der Heimelf, die in ihrem ersten Saisonspiel der Stern-Reserve neun Eier ins Nest gelegt hatte, schwer zu machen. Die Folge: Seitenwechsel war zwar klar überlegen, zwingende Torchancen blieben aber zunächst aus. Nach fast 20 Minuten war es dann doch soweit – der SV ging durch die frühere Bundesliga-Spielerin Tanja Walther-Ahrens mit 1:0 in Führung. Aber auch die hätte nicht sein müssen. Die Hereingabe von Lena Farahbod hätte eigentlich keinen Abnehmer gefunden, doch die ansonsten sehr starke FSV-Außenverteidigerin Julia Rölle klärte zu kurz und genau vor die Füße der früheren Turbine-Kickerin. Der Rest war Formsache: 1:0 (19.).

Ein Traumtor von Henriette Nagel brachte den FSV dann etwas unerwartet zurück ins Spiel. Den laufenden Konter unterbrach Nagel mit einem Weitschuss aus 35 Metern. „Ich habe gesehen, dass die Torhüterin zu weit vor dem Kasten stand“, erklärte die Moabiter „10“ nach der Partie. Der Ball senkte sich zum 1:1 in die Maschen, 33 Minuten waren gespielt. Der Treffer fiel in der schwächsten Phase der Gastgeberinnen und fast hätte ein weiterer Konter über Jana Heyde und Sarah Wienhold den Spielverlauf noch vor der Pause auf den Kopf gestellt. Der Querpass von Wienhold auf die mitgelaufene Katha Te Brake war aber zu ungenau. So etwas zu bestrafen, gehört zu den Spezialitäten einer routinierten Mannschaft – Walther-Ahrens markierte das 2:1, nachdem Moabit den Ball nach drei Anläufen immer noch nicht aus der Gefahrenzone befördert hatte. 2:1 (40.), kurz danach war Halbzeit.

Der Rest ist schnell erzählt: Den Zuschauern bot sich nach der Pause das gleiche Bild, Seitenwechsel spielte, Moabit versuchte zu kontern. Wienhold war etwa eine Viertelstunde vor Schluss nur durch ein Foul zu bremsen. Den fälligen Freistoß wuchtete Nagel zum 2:2 von der Strafraumgrenze aus in die Maschen (73.). Die Freude des FSV währte nicht lange. Walter-Ahrens mit ihrem dritten Streich (75.) und Lina Österle (82.) machten den Deckel für Seitenwechsel drauf. FSV-Coach Matthias Vogel: „Fast wäre hier uns ein Unentschieden und damit eine kleine Sensation gelungen. Der Sieg für Seitenwechsel ist aber absolut verdient. Ich bin aber stolz auf meine junge Mannschaft. Das war ein richtig engagierter Auftritt.“

Eher als dem einen Zähler dürfte der FSV ohnehin dem verpassten Dreier gegen den SV Adler vor einer Woche nachtrauern. Dort hatte Moabit vor und nach den Treffern durch Melanie Hoffmann (13.) für Adler und Franzi Gross (16.) für Moabit fast ein Dutzend hochkarätige Chancen liegen lassen. Adler hatte mit schickem Angriffsspiel und ebenfalls guten Möglichkeiten zum munteren Spielchen beigetragen, „aber das Plus lag eindeutig bei uns“, erinnert sich Vogel. „Alleine Sarah Wienhold hätte an diesem Tag den Lewandowski machen können. Sie hat einfach Pech im Moment.“ Der Moabiter FSV steht jetzt mit nur einem Punkt nach drei Spieltagen auf dem vorletzten Platz der Landesliga.

 

SV Seitenwechsel – Moabiter FSV 4:2 (2:1). Moabit: Swiniarksi, Rölle, Andersson, Fischel, Kovtun, Heyde, Virchow (65. Katzmaier), Kirchmaier, Te Brake, Nagel, Wienhold. Nicht eingesetzt: Hansbauer, Ottinger, Unay. Tore: 1:0 Walther-Ahrens (19.), 1:1 Nagel (33.), 2:1 Walther-Ahrens (40.), 2:2 Nagel (73.), 3:2 Walther-Ahrens (75.), 4:2 Österle (82.).