Zwei Dutzend Steine

Nach dem 7:1-Kantersieg des Moabiter FSV gegen den BSC Marzahn II am vergangenen Sonntag herrscht in Mitte große Erleichterung vor, der Tabellenvorletzte der Landesliga kann also doch noch gewinnen.

 Nicht zu halten: Jana Allershausen (re.)

 

 

Berlin/Moabit – Als Sarah Wienhold endlich eine ihrer vielen hochkarätigen Chancen zum 3:1 in die Maschen drückte und nur wenige Minuten später ein Freistoß von Spielführerin Franziska Groß zum 4:1 in den Marzahner Kasten trudelte, war der Jubel groß. Und nur deshalb war der synchrone Aufprall von 24 Steinen, die von den zwei Dutzend FSV’ler-Herzen auf das Kunstrasen-Rechteck und den Spielfeldrand gefallen waren, nicht zu hören. Wie oft in dieser Saison war das Team des Trainers Matthias Vogel nach ansprechender Leistung ohne Zählbares vom Platz geschlichen?

 

Diesmal sollte es freilich anders kommen aber dennoch gab eine Phase, in der die Partie zugunsten des Gegners hätte kippen können. Die bärenstarke Jana Allershausen hatte Moabit wie geplant schnell mit 1:0 in Front gebracht, da war gerade einmal eine Minute gespielt. Regina Kirchmaier legte nach einer halben Stunde und einem verlängerten Eckball per Kopf nach: 2:0. Ein Vorsprung, der Sicherheit geben sollte, könnte man meinen. Doch die unnötige Niederlage gegen Borsigwalde (3:4) und das Debakel gegen Türkiyemspor (0:6) war offenbar noch nicht aus den Köpfen. Wackelig wirkten die Moabiter Beine jetzt und prompt fiel der Anschlusstreffer. Vanessa Meister setzte sich nach einer Flanke von halblinks gegen Außenverteidigerin Lisa Schaak energisch durch und spitzelte das Spielgerät zum 2:1 ins Netz. In der Folge bettelte der FSV ein wenig um den Ausgleich. Und hätten dann nicht eben Wienhold (41.) und Groß (44.) noch vor der Pause getroffen, wer weiß, was passiert wäre.

Haben sie aber und deshalb konnte das Marzahner Unglück überhaupt seinen Lauf nehmen. Die Gäste warfen während der zweiten Schicht so viel wie möglich nach vorne und Moabit konterte. Einige Male tauchte der BSC auch durchaus gefährlich vor dem Gehäuse der Gastgeberinnen auf, doch entweder versagten die Nerven oder die blendend aufgelegte Interimstorhüterin Saskia Ziese parierte. Die meisten Versuche hielt sie sogar fest.

Mehr und bessere Tormöglichkeiten hatte aber immer noch der FSV, der den Ball phasenweise nun schön durch de eigenen Reihen laufen ließ. Paradebeispiel für die Spielfreude war das 5:1 durch Clara Bader. Lioba Virchow schickte auf der rechten Seite Allershausen auf die Reise. Die zog auf und davon und passte in den Strafraum. Wienhold kam eine Stiefelspitze zu spät, aber von hinten stürmte Bader ein und traf ins Schwarze (52.). Nach etwas mehr als einer Stunde krönte Moabit seine passable Leistung mit einem Doppelschlag. Allershausen und Wienhold (65., 66.) markierten das 6:1 und 7:1.

Dem BSC war zugute zu halten, dass er bis zum Schluss um eine Ergebniskosmetik kämpfte. Und Moabit? „Stark verbessert, aber sicher nicht makellos“, urteilte Coach Vogel. „Da gibt es noch viel zu tun.“ Ob er denn nicht auch erleichtert sei? „Und ob! Mein Stein war in jedem Fall der größte!“ maz

Moabiter FSV: Ziese, Schaak, Haake, Schönrock, Fischel, Bader (55. Heyde), Virchow, Kirchmaier (65. Katzmeier), Allershausen, Groß, Wienhold.