Unser Beat. Moabit.

Unser Beat. Moabit.

Kamera, Ton – Action!

Der blaue Himmel versprach uns einen herrlich sonnigen Donnerstag als die ersten vier etwas aufgeregten und gespannten Köpfe der für den Frauenfußball-WM-VW-Werbespot gecasteten Spielerinnen von ihrem Fahrer am Poststadion aufgesammelt wurden.

Optimale Bedingungen in Wandlitz
Um halb zwei traf die Moabiter Delegation am Set beim Waldstadion in Wandlitz ein. Begrüßt wurden wir von einem Frühstücksbuffet, das wirklich an nichts mangeln ließ und nach einer höflichen halben Minute der Zurückhaltung langten wir kräftig zu, um uns für den Tag zu stärken. Da kam auch schon Mascha vorbei, die nette Produktionsassistentin, und verriet uns ein paar Details über den heutigen Ablauf. Tomoko und Nanett verschwanden in der Anprobe und anschließend in der Maske, da die Szene im Fitnessraum zuerst gedreht werden sollte. Währenddessen erkundeten Sara und ich das Set und fanden eine sehr entspannte und nette Arbeitsatmosphäre vor. Die Menschen waren offen und gerne bereit uns ihr Vorgehen zu erläutern. Technik, Produktion, Catering, Maske, Styling, Kamera, Regie. Es war spannend zu sehen, wie jeder in seinem klaren Teilbereich herumwerkelte und wie dann anschließend vor der Kamera das perfekte Zusammenspiel dieser Teile eingefangen wurde. Wir freuten uns, dass wir uns nützlich machen und einen kleinen Beitrag leisten konnten und widmeten uns auf dem Platz im Eins gegen Eins der Verschmutzung des nagelneuen Balls. Dann endlich wurden auch Sara und ich ins Styling gerufen und bekamen von Anna Trikots, Hosen und Stutzen in bunten Farben. Vom Stylingbereich aus konnten wir ein paar Eindrücke aus dem Fitnessraum erhaschen, dessen Betreten der Regie, der Kamera und den Darstellern vorbehalten war. Nanett, die zwischen Kameras und Nebelmaschine unermüdlich ihre Oberarmmuskeln spielen ließ und Tomoko, die für ihren ästhetischen Sprint sogar einen Applaus von der Crew erhielt, repräsentierten einwandfrei unseren Moabiter Sportgeist. Dann gab es auch schon Mittagessen: Salat, Spargel, Schnitzel, Kartoffeln, veganes Curry, Reis und zum Nachtisch Erdbeeren mit Sahnequark- sehr lecker!

Schürfwunden und Prellungen – nicht die einzigen Fakes
Plötzlich trafen weitere vier (fake VW-)Busse ein mit einer Menge von Menschen, deren Aufgabe am Set für mich als außenstehende Person nicht eindeutig erkennbar, wenn nicht gar etwas rätselhaft war. Auch sie ließen es sich schmecken und verbreiteten eine angenehme gute Laune.
Gegen 17 Uhr kümmerte sich Elena von der Maske um unsere Wunden, die den Zuschauern später die Härte des Sports deutlich machen sollen. Als auch sie einsehen musste, dass echtes Blut nicht so leicht aus den geliehenen Requisiten zu waschen wäre, zauberte sie mit ihren Pinseln und Pudern eine Schürfwunde an Saras Knie und eine Prellung an meinen Rumpf. Unbeschadet überlebten Sara und ich unser Debüt vor der Kamera und konnten uns anschließend wieder ums Herumlungern und Snacken kümmern, nun endlich zusammen mit Tomoko und Nanett.

Anreise der zweiten Gruppe – und es heißt Warten
Nach einer Berichten zufolge abenteuerlichen Fahrt traf um 19 Uhr der Rest des Teams mit Martin ein und wurde auch direkt eingekleidet. Wir mussten noch eine Weile warten, bis die Szenen mit dem kleinen Mädchen abgeschlossen waren. Derweil besprachen wir mit Mascha den Kontext der anstehenden Szene. Das kleine Mädchen würde vom Vereinsheim aus das Spiel beobachten und von der selbstbewussten und starken Spielerin auf dem Feld, die gerade ein Tor geschossen hatte, einen ermunternden Blick zugeworfen bekommen. Lotte fühlte sich zu diesem Blick berufen und Mascha und das Team waren sofort einverstanden. Die Aufzeichnung begann, Mascha erhielt Infos über Funk und Martin koordinierte die Wünsche der Regie auf dem Platz. Wieder und wieder standen wir „alle auf Anfang“. Wieder und wieder rannten wir auf „action“ los, um die rote Mannschaft Treffen und sehr authentisch Jubeln zu sehen. Lotte lieferte eine abwechslungsreiche Palette von Kombinationen aus Gehen, Drehen, Blick, Lächeln, Nicken, Joggen. Es wurde immer kälter und nasser aber irgendwann ging es doch vorbei und die gelbe Mannschaft verließ mit hängenden Köpfen und einem 0:21 den Platz. Es gab eine kurze Pause mit Getränken und heißer Suppe zum Aufwärmen.

Warmgrätschen für den Geburtstag
Dann kam die zweite Szene, in der Jules Sprintdribbling von Sara mit einer harten Grätsche gestoppt werden sollte. Dazu holte die Kamera ihr Golfkart hervor, mit dem sie auf der Spielfeldlinie auf Höhe des Balles bleiben konnte. Diese Einstellung kam beim Publikum (den Crewmitgliedern am Spielfeldrand) sehr gut an und alle erfreuten sich der Zeitlupenwiederholung auf dem mobilen Bildschirm. Erstaunlicherweise war dieses gut getimedte Zusammenspiel nach wenigen Wiederholungen im Kasten. Die letzte halbe Stunde fuhr die Kamera mit sichtlich viel Spaß im Kreis um die am Boden liegende Jule herum, während wir mit kurzen Pässen und Sprints im Vorder- und Hintergrund ein für die Kamera realistisches Chaos erzeugten. Die Regie war sich einig, dass Jules schmerzerfülltes Gesicht jeden Schiri überzeugen würde. Und so ging auch dieser schöne Tag zu Ende. Wir beendeten ihn mit einem Geburtstagsständchen für Jule und traten den Heimweg nach Berlin an.

Ingesamt bin ich sehr stolz auf unser Team. Wir haben mit viel Geduld, Professionalität und guter Laune einen guten Job abgeliefert. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis und hoffe, dass es sich sehen lassen kann und viele kleine Mädchen zum Fußballspielen motiviert!

Diesen wunderbaren Bericht lieferte unsere Spielerin Vivian Köneke, vielen Dank!

Fotos: Moabiter FSV | Fragen & Anmerkungen? Schreib uns!