Zaghaftes Heimteam muss sich abgeklärten Gästen beugen.

In der Landesliga ist es für Moabit in diesem Jahr bislang kaum möglich konstante Leistungen abzurufen. Nach dem ordentlichen Spiel gegen Schöneberg und der guten Leistung gegen Stern vor einigen Wochen gab es gegen den TSV Mariendorf nichts zu holen. Das junge Team aus Mitte war gegen die abgezocktere Mannschaft aus Berlins Süden zu zurückhaltend und ungefährlich.

Strukturierter Auftakt führt nicht zu Gefahr
Moabit konnte auf eine gute erste Elf zurückgreifen, lediglich Sofie Manthe und Inga Müller fehlten, konnten aber durch Katharina Frey und Lioba Virchow ersetzt werden – beide in der Vergangenheit bereits auf den Positionen im Tor und in der Innenverteidigung erprobt. So startete das Team auch besonnen mit einem Hang zur Zurückhaltung in die Partie. Der Ball lief durch die eigenen Reihen, doch so recht vorangehen wollte es auch nicht.
Das Spiel war insgesamt wenig spannend im ersten Durchgang, lediglich Rieke Godenrath über rechts und Feli Schlechta im Zentrum konnten Akzente in Richtung gegnerisches Tor setzen. Letztere musste leider nach einem Pressschlag das Feld verletzen – bereits nach 17 Minuten betrat die schnelle Isabel Schniepp den Platz. Trotz des kurzen Schocks kam Moabit besser ins Spiel und verlagerte die Partie zunehmend ins gegnerische Drittel, Torgefahr blieb jedoch Mangelware.
Anders auf der Gegenseite. Nach einem schnellen Vorstoß kam Mariendorfs Lindemann zum Abschluss, der Ball wird abgefälscht und trudelt langsam ins Moabiter Gehäuse (44.).

Besser, aber weiter ungefährlich – zweite Chance entscheidet das Spiel
Motiviert betraten die Moabiterinnen wieder den Platz, zeigten sich in Zweikämpfen etwas robuster und konnten doch weiter die Geschwindigkeitsvorteile von Heyde, die auf rechts wanderte, und Etzold in der Spitze nicht nutzen. “In dieser Phase haben wir zu schnell die Bälle in die Tiefe gespielt, einfache Ballverluste gehabt und dann immer lange Wege zurück gehen müssen. Mariendorf war sehr kompakt und ein Sonderlob geht an die starke Defensive. Wir konnten heute viel lernen.”, resümierte Coach Martin Meyer anschließend. So scheiterte der FSV in diesem Spiel an der eigenen Courage und kassierte nach 75 Minuten den entscheidenden Treffer zum 0:2. Frey war aus dem Tor gekommen, verpasste den Ball und der quer gelegte Ball musste nur noch eingeschoben werden.
Etwas ratlos lässt den geneigten Betrachter die Partie zurück. Nicht Fisch, nicht Fleisch ist das Moabiter Spiel derzeit. Defensiv steht das Team ordentlich, vermag jedoch kaum kontrollierten Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte aufzubauen. So wird´s schwer mit Toreschießen und dem Klassenerhalt.

Anmerkung in eigener Sache
Wir möchten an dieser Stelle das Verhalten des Schiedsrichters kritisieren. Seine streitbare fachliche Leistung am Spieltag soll an dieser Stelle außen vor bleiben.
Es ist unerträglich, dass ein Offizieller vor dem Spiel erklärt, dass er auf eine Assistenz an der Seitenlinie durch die Vereine verzichte, da es “nur Frauenfußball” sei. Diese Äußerung ist massiv respektlos und diskriminierend. Eine entsprechende Beschwerde beim Ansetzenden wird eingereicht und Einsicht möge zügig einkehren. Gerade in Zeiten der Spaltung zwischen Spielenden und Schiedsrichter/-innen sollte eine gemeinsame Wertevorstellung unseren Sport begleiten. Gespielt wird nämlich Fußball, nicht Frauen-, nicht Männerfußball – einfach nur Fußball mit denselben Regeln und Idealen für alle, die daran Spaß haben.