Ein fulminanter Freistoßtreffer von Kapitänin Feli Schlechta sichert den Frauen den ersten Sieg vor dem Rückrundenauftakt. Kira Wöber überzeugt als Ruhepol im Mittelfeld.

Nervöser Spielbeginn auf beiden Seiten
Endlich, könnte man meinen. Nach zwei Testspielniederlagen gegen Viktoria 89 und Neukölln in den vergangenen Wochen gab es endlich Grund zum Jubeln für das Team von Alexander Wegener und Martin Meyer. Unter den Augen des 1. Vorsitzenden Martin Pohlmann, der sich vom regnerischen Wetter nicht abhalten ließ, seine Moabiterinnen anzufeuern, reichte ein Tor zum verdienten Sieg.
Die ersten Minuten lang sah es jedoch nach einem ähnlich nervenaufreibenden Spiel wie am Vortag gegen Grün-Weiß Neukölln aus. Viele Ballverluste auf rutschigem Geläuf machten den kontrollierten Spielaufbau schwer, sodass es ein ums andere Mal schnell in Richtung Moabiter Tor ging. Doch Sofie Manthe und insbesondere Regi Kirchmaier verhinderten die entstandenen brenzligen Situationen.

Kunstschuss von Schlechta bringt Sicherheit
Nach einem Foul an Aylin Mizmizlioglu nahm sich Schlechta ein Herz und setzte den von Kirchmaier angetippten Freistoß trocken rechts oben in den Winkel, s. Video. Diese Aktion brachte nicht nur ihr, sondern dem gesamten Team die nötige Sicherheit für den weiteren Spielverlauf.
Bis zur Pause wogte das Spiel zwar weiter hin und her und Moabit hatte einige gute Chancen gegen sich zu verzeichnen, doch entweder war Aluminium oder ein FSV-Bein dazwischen. Kämpferisch waren alle Moabiter Spielerinnen jederzeit präsent, sehr zur Zufriedenheit des Trainerteams: “Es war eine Frage des Willens hier zu bestehen. Spandau hat zielstrebig nach vorne gespielt und uns gut auf Trab gehalten. Das Tor kam zum richtigen Moment und ein bisschen Glück hatten wir bis zur Pause auch.”

Änderungen zur Pause bringen erhoffte Wirkung
Mit der Führung im Rücken spielte Moabit nach dem Pausentee (danke an Martin Pohlmann) selbstbewusster und strukturierter auf. Kira Wöber und Lucia Reichert gewannen nach und nach die Oberhand im Mittelfeld, fingen Angriffe ab und leiteten die eigenen Offensivbemühungen ein. Trotz der höheren Verteidigungsposition war Moabit für Konter unempfänglich mit Ausnahme einer gefährlichen Chance, die Sulkowska nicht nutzen und anschließend lautstark mit ihrem Trainer analysieren konnte. Annabel Delfs spielte in dieser Phase eine ganz wichtige Rolle. War sie in Hälfte eins vor allem in der Offensive fleißig, zeigte sie im zweiten Durchgang eine starke taktische Leistung im Defensivverbund. Kira Wöber kam immer besser ins Spiel und empfahl sich eindrucksvoll für einen Platz in der Startformation, ebenso wie Pia Etzold, die ihre Gegenspielerinnen reihenweise überlief und am rechten Flügel stark aufspielte, nachdem sie in Halbzeit eins zu wenig gesucht wurde. “Alle Hinweise, die wir in der Halbzeit gegeben haben, wurden umgesetzt. Lucia legte ihre Schüchternheit weitestgehend ab, Luana sicherte die Bälle im Sturmzentrum und Pia nutzte ihre enorme Schnelligkeit. Die Mannschaft hätte sich mit weiteren Toren belohnen können.”, meinte Trainer Martin Meyer im Nachgang.

Woche der Wahrheit – wo steht Moabit?
Am kommenden Wochenende startet das Team mit dem Duell gegen Sparta Lichtenberg in die Rückrunde. Das 1:2 aus dem Hinspiel ist noch frisch und wird sicherlich für die nötige Zusatzmotivation sorgen. Für die Trainer steht nun die Qual der Wahl an. Wer hat in der Vorbereitung überzeugt, wer darf auf welcher Position ran?
Klar ist, dass die Regelung zur 10-Tage-Sperre nach einem Pflichtspiel in der höheren Liga den Handlungsspielraum einschränkt, doch sollen gerade die Spielerinnen, die zuvor ausschließlich in der “Zweiten” spielten, die Chance bekommen, sich in der Landesliga zu beweisen.