Der Moabiter FSV siegt durch Tore von Sara Allouch und Pia Etzold verdient beim Angstgegner der letzten Monate. Feli Schlechta mit Bänderverletzung früh ausgewechselt.

Zunehmende Spielkontrolle nach hektischem Beginn
Moabits Trainerteam Alexander Wegener und Martin Meyer vertrauten beim Gastspiel im Berliner Süden anders als zuletzt wieder auf Regina Kirchmaier in der Innenverteidigung statt im Mittelfeld und sollten für diese Umstellung mit mehr Stabilität belohnt werden. Nachdem die ersten Aktionen ihrer Mannschaft noch etwas ungenau und von einer gewissen Hektik begleitet waren, nahm Moabit das Heft des Handelns früh in der Partie in die Hand. Maßgeblichen Anteil daran hatte auch Inga Müller, die gemeinsam mit Lioba Virchow das zentrale Mittelfeld bespielte und durch starke Präsenz in Kopfballduellen und überlegte Pässe auffiel. “Uns hat in den letzten Wochen oftmals jemand gefehlt, der im Zentrum Bälle aktiv einfordert und für die Mitspielerinnen Ruhe und Sicherheit ausstrahlt. Mit Regi, Inga und Sara hatten wir heute eine sehr dominante Achse in der Zentrale, die unserem Spiel gut getan hat.”, zeigte sich Meyer im Nachgang sichtlich zufrieden.

Spielentscheidung durch Doppelschlag innerhalb von sechs Minuten
Aus der Zentrale fiel dann auch der Führungstreffer für grün gekleidete Moabiterinnen. Lioba Virchow wurde von Jana Heyde bedient und konnte den Ball aus der Drehung in die Tiefe spielen. Sara Allouch gewann anschließend das Laufduell gegen die zögernde Schöneberger Schlussfrau und schob überlegt rechts ein – Treffer Nummer zehn bereits in diesem Jahr.

1:0-Führung durch Sara Allouch (Vorlage Lioba Virchow)

Wenige Minuten später musste Feli Schlechta nach einem Foulspiel ausgewechselt werden. Beim Versuch einen langen Ball zu spielen, fuhr ihr eine Schönebergerin von hinten in die Ausholbewegung und wenige Augenblicke später lag die Moabiter Kapitänin schmerzerfüllt am Boden. Gute Besserung an dieser Stelle an die bis dahin stark spielende Nummer 20.
Moabit spielte trotz des kurzen Schocks weiter wie zuvor. Virchow wechselte in die Innenverteidigung und die eigentlich erkältungsgeschwächte Charlotte Kolmsee betrat ungeplant früh das Spielfeld. Dafür rückte Emilia Semper, zuvor bereits an der Entstehung des Führungstreffers beteiligt, ins zentrale Mittelfeld. Aus dieser Position heraus leitete sie auch das 2:0 ein, indem sie die vorpreschende Julia Kovtun am rechten Flügel bediente. Mit robustem Zweikampfverhalten und gaaaaanz viel Geduld bediente diese dann Pia Etzold. Die zuvor für Jessi Graßmann eingewechselte Flügelspielerin bewies wiedermal einen Torriecher und verwandelte aus kurzer Distanz zu ihrem achten Saisontreffer im zehnten Einsatz.

Pia Etzold erhöht auf 2:0 nach Vorarbeit von Julia Kovtun

Souveräne Leistung im zweiten Durchgang
Mit der sicheren Führung im Rücken trat Moabit dann so auf, wie es sich das Trainerteam vorgestellt hatte. Zu keinem Zeitpunkt war das Tor von Sofie Manthe ernsthaft in Gefahr, das Mittelfeld gehörte Moabit und im letzten Drittel konnte ab und an weiter für Gefahr gesorgt werden. Dass die Schöneberger Angriffe oftmals früh unterbunden wurden, lag sicherlich auch an der starken rechten Moabiter Seite, die Schönebergs Flügelspielerin Lisa Weinberg von Anfang an in Schach halten konnte.
Beinahe hätte Moabit dann noch die Chance auf das 3:0 bekommen, doch der insgesamt überzeugende Referee konnte sich nicht zum Elfmeterpfiff durchringen. Jessica Graßmann war zuvor von Sara Allouch geschickt worden, drang in den Strafraum ein und dann wurde es knifflig. Sicherlich eine “Kann”-Entscheidung für den Schiedsrichter – kein Vorwurf und kein Lamentieren von Moabiter Seite.

Knifflige Situation im Strafraum – Jessi Graßmann wird im letzten Moment gestoppt

Insgesamt kam Moabit zu einem verdienten Erfolg in Schöneberg. Mit der gezeigten Leistung wären sicherlich schon in der Vorwoche drei Punkte in Mariendorf und ein damit besserer Tabellenplatz möglich gewesen. Nun gilt es in den kommenden Wochen weiter zu überzeugen.