Deutlicher Sieg im ersten Test überdeckt spielerische Defizite im Anfangsviertel.

Nach über einem Monat durften die Moabiter Frauen endlich wieder gegen den Ball treten – nicht nur im Training, sondern im Test gegen den SV Askania Coepenick. Dass das Spiel eine erste Orientierung über den aktuellen Stand des Teams bieten sollte, war das Ziel. Tore schießen war auch angestrebt, sauber verteidigen die oberste Prämisse. Grundsätzlich wurden alle diese Ziele erreicht, bei einem deutlichen Zu-Null-Sieg muss man von einem eindeutigen Spielverlauf ausgehen.

Schwungvoller Auftakt des Heimteams – Brozek mit stoischer Ruhe
Tatsächlich waren die ersten 20 Minuten des Spiels aber ein Drahtseilakt. Munter anlaufende Coepenickerinnen setzten dem Moabiter Aufbauspiel früh zu, sodass zahlreiche Ballverluste die Folge waren. Pia Brozek zeichnete sich dabei im Kasten der Moabiter Hintermannschaft mit starker Fußarbeit aus und eröffnete sichtlich unbeirrt weiter das Spiel mit flachen Bällen. Einmal waren die Gastgeberinnen dann aber doch zu schnell, luchsten Moabit den Ball ab und konnten nur unfair am Führungstreffer gehindert werden. Die Notbremse von Brozek führte dann richtigerweise auch nicht zum Platzverweis, dafür jedoch zur bestmöglichen Einschusschance für Rot-Blau. Der Ball landete letztlich am Pfosten und Moabit konnte durchatmen.

Führung durch Heyder – Wöber trifft doppelt
Dass Moabit nach 20 Minuten dann zum Führungstreffer kam, war in Folge verbesserter Offensivbemühungen gegen eine sehr hoch stehende Heimmannschaft zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht verdient. Über rechts setzte sich Michelle Heyder durch, ihr Schussversuch wurde durch die Torhütern abgewehrt und prallte vom Knie der Flügelspielerin ins Tor – in der Entstehung über Julia Kovtun ein guter Spielzug, im Abschluss mit dem Quäntchen Glück.
Moabit wurde anschließend sicherer, insbesondere Hanyah Holletzek kam besser ins Spiel und die Zentrale um Inga Müller und Jule Klandt konnte vermehrt Angriffe einleiten. Die Vorlage zum nächsten Tor leistete nach einer halben Stunde die starke Katharina Frey, die von der Zehnerposition kommend einen Schuss antäuschte, dann aber für Kira Wöber durchsteckte. Die Stürmerin mit einem guten ersten Kontakt und abgezocktem Abschluss ins rechte Eck.
Sechs Minuten später war dann wieder Wöber zu Stelle. Wie schon beim 2:0 leitete Feli Schlechta den Angriff ein. Mit etwas Glück prallte der lange Ball zu Sophia Bessinger, die zur designierten Doppelpackerin verlängerte. Mit der 3:0-Führung zur Pause und warnenden Worten des Trainerteams ging es in die Kabine. “Wir waren zu Beginn hektisch und ungeordnet, konnten dem hohen Druck von Coepenick zunächst nicht gut antworten. Eine verdiente Führung sieht anders aus. Das Team sah das glücklicherweise auch so…”, ordnete Martin Meyer die erste Hälfte ein.

Lorenz und Etzold tüten den Sieg ein – Kompliment an Askania
Mit Beginn der zweiten Hälfte betraten vier neue Spielerinnen den Platz für Moabit. Lisa Freßmann, Tomoko Tanaka, Luana Lorenz und Pia Etzold ersetzten Wöber, Bessinger, Kovtun und Heyder. Zudem ging Katharina Frey für Borzek zwischen die Pfosten. Obwohl also fünf an den Toren der ersten Hälfte beteiligte Spielerinnen nicht mehr auf dem Feld standen, konnte Moabit weiter offensiv Akzente setzen. Luana Lorenz bewies einmal mehr, dass sie keine Aufwärmzeit braucht und sofort torgefährlich wird. Jule Klandt, einmal mehr belebendes Herz der Moabiter Mannschaft setzte sich auf links nach feinem Solo durch und steckte in den 16er durch. Lorenz profitierte von einem missglückten Rückpass und versenkte aus spitzem Winkel mit links (4:0, 51.). Danach war “Pia-Time” vor dem gegnerischen Tor. Die eingewechselte Flügelspielerin profitierte direkt im Anschluss von einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters, der ihre Abseitsposition nicht erkannte (5:0, 53.). Die Jokerin stach nach 69 Minuten zum zweiten Mal, nachdem Freßmann einen harten Zweikampf im Mittelfeld gewann und Lorenz gedankenschnell den Ball weiterleitete (erneut mit links!). Im direkten Duell war Moabits Nr. 6 dann nicht aufzuhalten und piekte den Ball in Richtung Tor. Die Coopenicker Schlussfrau war noch am Ball, konnte das 6:0 aber nicht mehr verhindern.
Den Schlusspunkt setzte Etzold dann nach glänzender Klandt-Vorlage. Den Lupfer am Strafraum erreichte die pfeilschnelle Angreiferin vor der Keeperin und hob zum Hattrick und 7:0-Endstand an.

Fazit
Mit einem Team aus Landes- und Bezirksligakader erreicht Moabit den deutlichen Testspielerfolg ohne wirklich zu glänzen. Nach nervösem Beginn wäre auch ein 1:1 ein realistisches Szenario gewesen. Der nächste Test gegen Beelitz muss spielerisch insb. im Aufbau die nächste Evolutionsstufe bringen.