Der zweite und zugleich letzte Test der Vorbereitung ist ergebnisseitig misslungen. Mit einem 0:1 traten die Frauen des Moabiter FSV den Heimweg aus Brandenburg an und waren sichtlich unzufrieden.

Geduldiger Spielaufbau auf minimalem Geläuf
Britt Schoenrock und Lioba Virchow hatten im ersten Durchgang das Spiel in der Hand bzw. in den Füßen. Sehr tief stehende Gastgeberinnen verbarrikadierten den Zugang zum Beelitzer Strafraum und sorgten für teilweise bayernartige Spielaufbauszenen und hohen Ballbesitzanteil. Aufgrund der komprimierten Spielfläche wurden viel gute Anspiele aus der Innenverteidigung jedoch zu einer leichten Beute für die Brandenburger Abfangjägerinnen vor der Abwehr. Malou Linke und Sofie Manthe hingen im offensiven Zentrum arg in der Luft und für die Flügel um Rieke Godenrath und Michelle Heyder bot sich nur wenig Platz zur Entfaltung. Lediglich einzelne Balleroberungen aus hohem Moabiter Pressing sorgten für Chancen, die allesamt kläglich vergeben wurden. Defensiv ließ Moabit nichts anbrennen und Gastspielerin Mika machte im Tor eine gute Figur beim Spielaufbau.
Auffällig war im gesamten Moabiter Spiel das Fehlen eines zentralen Aktivpostens, der sonst in Jule Klandt das Feld unsicher macht. Judith Mülders zeichnete sich zwar durch taktisch geschicktes Verhalten aus und Julia Kovtun war zweikampfstark wie eh und je, doch war Ballbesitz im gegnerischen Drittel Mangelware.

Magerkost und Pech beim Gegentor in Halbzeit zwei
Das Moabiter Spiel wurde, nachdem in der ersten Hälfte noch Ballbesitz angesagt war, immer weiter zurückgedrängt und die Gastgeberinnen kamen regelmäßiger in die Moabiter Hälfte, ohne jedoch gefährlich zu werden. Das Spiel wogte hin und her, die letzte Aktion vor dem Torschuss war auf beiden Seiten jedoch fruchtlos. Gerade im offensiven eins gegen eins zeigte der Moabiter Sturm starke Defizite, unsaubere Ballführung und leichte Ballverluste gegen athletisch unterlegene Gegenspielerinnen. Die schnelle Jana Heyde lauerte Angriff um Angriff auf Pässe in die Tiefe, die allesamt versäumt wurden. “Wir haben in diesem Spiel nicht verstanden, wie Fußball auf kleinen Plätzen funktioniert. Kaum Torschüsse, mangelnde Ballsicherung im gegnerischen Drittel und vor allem unnötige Befreiungsschläge ohne Druck waren wirklich ärgerlich. Auf einem größeren Platz wären wir sicher anders ins Spiel gekommen, aber Qualität sollte sich auf jedem Geläuf durchsetzen. Wir haben also in allen Bereichen noch einiges zu tun, wenngleich Britt Schoenrock gezeigt hat, dass sie wieder auf dem Weg zur Leistungsträgerin ist.”, zeigte sich das Trainerteam anschließend kritisch.
Der Gegentreffer fiel dann denkbar unglücklich. Ein abgefangener Ball wurde im Zentrum einfach mal durch Beelitz´ Denis Pühl in Richtung Tor zurückgespielt, der Ball wird länger und länger und rollt am langen Pfosten ins Tor. Warum? Kaum erklärlich, aber Ausdruck des Spiels. Beelitz kämpfte, war sehr intensiv in der Ansprache untereinander und verdiente sich mit Leidenschaft am Ende den Sieg.