Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten verweht Moabiter Ambitionen. Kirchmaier mit dem Ehrentreffer vom Punkt.

Mit einer verdienten Niederlage gegen Aufsteiger Viktoria Mitte starten die Moabiter Damen in die Landesliga. Kaum auf dem Platz angekommen betrug der Spielstand auch schon 0:2 aus Sicht des Heimteams: „Es ist kaum zu begreifen, was da passiert ist. Wir kassieren mit dem ersten Angriff das Gegentor, sind wie versteinert und lassen Viktoria dann nochmal frei durchs Zentrum spazieren. Schöner kann man einen Aufsteiger nicht in der Liga begrüßen.“, fasste Martin Meyer zusammen. Viktoria Mitte agierte mutig und strukturiert, konnte sich auf eine zielstrebig Offensivreihe und ihre Torjägerin vom Dienst verlassen.

Hoffen auf den Pausenpfiff

Moabit versuchte anschließend trotz des Schocks das Fußballspielen aufzunehmen, verbesserte die Ballsicherheit und kam zu ersten kleineren Chancen. Weitestgehend wirkungslos agierten jedoch Malou Linke und Felicitas Schlechta als Sturmduo, auch weil Laufwege noch nicht so klappten wie in der Vorbereitung. Zu oft musste Schlechta die Wege in die Tiefe gehen und zu oft fehlte auf den Flügeln die Unterstützung aus der Viererkette, um Angriffe geduldig ausspielen zu können. Daher wurde viel zu ungeduldig der Ball in die Tiefe anstelle der ruhigen Variante über das Mittelfeld gesucht. Regina Kirchmaier, nach dem schnellen Rückstand ins Mittelfeld beordert, blieb so lange wirkungslos. Lediglich Jule Klandt konnte vereinzelte Ballgewinne und Vorstöße verbuchen, blieb jedoch weitestgehend wirkungslos – ein Sonderlob war dennoch angebracht für den unermüdlichen Mittelfeldmotor im Moabiter Team. Auf der anderen Seite das genaue Gegenteil. Jeder Gästeangriff entwickelte sich zu einer potentiellen Gefahr auf Moabiter Seite. Schlussfrau Sofie Manthe hatte wahrlich keinen schlechten Tag erwischt, sag lediglich bei einem Fernschuss etwas unglücklich aus, als dieser sie aus spitzem Winkel überraschte. Wie so oft war die Moabiter Viererkette zu zögerlich im Anlaufen und konnte den Abschluss nicht verhindern. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass das Moabiter Spiel nicht durch diese Kette verloren wurde, sondern durch kollektive Passivität und ein auffallend geringes Maß an defensiver Unterstützung.

Moabit gewinnt zweiten Durchgang

Nicht unbedingt so dominant und schlagkräftig wie erhofft, aber zumindest insgesamt aktiver und ballsicherer präsentierte sich die Moabiter Mannschaft nach der Pause. Ein großes Feuerwerk der Trainer war in der Halbzeit ausgeblieben – das Selbstvertrauen des Teams war ohnehin irgendwo unter Kunstrasengranulat vergraben worden. Mit kleineren Anpassungen und der Einwechslung von Mizmizlioglu (Delfs und Tanaka waren bereits kurz vor der Pause reingekommen) lief das Moabiter Spiel etwas besser, Viktoria Mitte beschränkte sich auf einige Konterszenen und verwaltete das Spiel souverän. In Gefahr geraten sollte die deutliche 4:0-Führung nicht mehr.

So blieb es Regina Kirchmaier vorbehalten den einzigen Moabiter Treffer an diesem Tag beizusteuern, symptomatisch per Elfmeter nach Handspiel einer Viktorianerin. In der Rückwärtsbewegung geriet ihr ein Querpass in die Hacken, sprang an die Hand und beim Stand von 0:0 hätte es sicherlich mehr Proteste des Teams aus Mitte gegeben. Kirchmaier behielt die Nerven und versenkte rechts unten (66.). Einen Kracher hatte dann noch Schlechta parat, die sich im zweiten Spielabschnitt verbessert und aktiver zeigte. Aus knapp über 20m setzte sie die Murmel an die Unterkante der Latte, von wo aus diese kurz vor der Torlinie auf- und aus dem Tor sprang. Schade, aber auch dieser mögliche Treffer hätte das Spiel wohl nicht entscheidend gekippt.

Drei Punkte gegen Buchholz sollen es werden

Mit diesem ernüchternden Auftakt und der Bilanz von 0:3 Punkten muss Moabit nun die Auswärtsreise nach Buchholz antreten. Die Erfahrung aus der Vorsaison vom letzten Spieltag sollte eine Warnung für das Team aus dem Poststadion darstellen. Damals hieß es nach schwacher Leistung 1:1. Ob sich die Wasserversorgung vor Ort verbessert hat, ist unbekannt. „Klar ist nur, dass wir uns einen Reservekanister Trinkwasser einpacken werden, damit wir nicht wieder die Casinokasse in Buchholz sanieren dürfen.“, scherzte das Trainerteam vor der anstehenden Aufgabe.