Kuriose Tore und große Einsatzfreude bescheren einen Auswärtspunkt.

Handelfmeter, Eigentor und Bogenlampe – Moabit spektakulär
Viel vorgenommen hatten sich die Moabiter Frauen für die Auswärtsreise zu Hansa 07. In den vergangenen Partien lief es regelmäßig nicht gut gegen die Gastgeberinnen, gleich zwei Niederlagen im Vorjahr galt es auszumerzen. Es ging auch gleich munter los, sodass nach 18 gespielten Minuten bereits drei Tore gefallen waren – zwei für Moabit und eins für Hansa. Nach zehn Minuten konnte Felicitas Schlechta einen Handelfmeter mit totaler Eiseskälte verwandeln. Luana Lorenz hatte auf links den Ball hoch in Richtung Strafraum geschaufelt und eine Verteidigerin diesen unglücklich mit der Hand getroffen. Die frühe Moabiter Führung hielt jedoch nur sechs Minuten. Ebenfalls über links griff Hansa an, Jana Heyde konnte die flache Hereingabe nicht mehr verhindern und schon stand es 1:1. Keeperin Pia Brozek konnte den Ball nicht mehr rechtzeitig abfangen und so startete das Spiel quasi von Neuem. Die Moabiter Offensive zeigte sich unbeirrt und wieder war eine Hansa-Spielerin maßgeblich am erneuten Führungstreffer beteiligt. Julia Glathe erwischte eine Hereingabe (wieder von links…) mit dem Kopf und überwand die eigene Torhüterin äußerst unglücklich (18.).
Durchatmen? Nein! Bereits in der 25. Minute glich Hansa erneut aus. Eine Hereingabe von rechts konnte Inga Müller zunächst sehr aufmerksam abfangen und versuchte den Ball im Spiel zu halten anstelle den sicheren Befreiungsschlag zu wählen. Ein Fehler gegen Sophie Duschl, die den Ball erobern und an Moabits Schlussfrau vorbeimurmeln konnte. An der Außenlinie herrschte bei Trainer Martin Meyer große Unzufriedenheit über die leichtfertigen Gegentore gegen ein Team, das man lange nicht so leicht hätte besiegen können: “Hansa ist immer ein sehr geradliniges Team, der Platz im Wrangelkiez ist extrem klein und fördert intensive Spiele. Wir haben vorher besprochen, dass wir ganz einfach spielen und zügig in die Spitze kommen wollen. Dass wir defensiv große taktische Defizite offenbart haben, hat Hansa eiskalt ausgenutzt. Unsere eigenen Tore waren auch überaus glücklich, zufrieden bin ich daher überhaupt nicht.”, so der Trainer nach Schlusspfiff. Was er damit meinte? Malou Linke packte mal wieder einen Traumball aus über 30 Metern aus und versenkte mit dem schwachen linken Fuß einen Flugball über der verdutzten Frederike Gramm (40): “Über das Tor kann ich mich nur bedingt freuen, war es doch ein aus taktischer Sicht vollkommen sinnfreier Schuss, der zeigt, dass wir offensiv keine ausreichende Qualität hatten die Gegnerinnen auch mal im Dribbling oder Passspiel zu überwinden.”, ergänzte Meyer.

Halbzeitführung reicht nicht – gerechte Punkteteilung
Die zweite Hälfte des Spiels war dann zunächst etwas weniger stürmisch, dennoch gab es Chancen für beide Teams. Luana Lorenz und Michelle Heyder konnten leider zu selten überhaupt ins Spiel eingebunden werden, Julia Kovtun auf links hatte hingegen Gelegenheiten, spielte jedoch wie so oft in letzter Zeit nicht zielstrebig in Richtung Tor oder Mitspielerin, sodass viele Ballverluste entstanden. Jessica Graßmann, zur Pause auf die 10 gerückt, verlor zunehmend die Bindung zum Spiel und wurde kurz vor Ende durch Jule Klandt ersetzt. Die brachte sich auch gleich aktiv ein, konnte die entstandenen Moabiter Konter aber auch nicht mehr in Zählbares ummünzen. Besser hatte es Hansa in Minute 62 gemacht, als erneut Duschl einen Ball von links verwerten konnte. Moabits Pressingversuche waren zu dieser Phase des Spiels geprägt von anscheinend ausgehender Puste. Anders ist nicht zu erklären, dass Hansa mehrfach über die linke Innenverteidigung bis an die Mittellinie vorstoßen und Pässe in die Tiefe spielen durfte. Die Moabiter Sturm- und Flügelspielerinnen müssen sich somit einen entscheidenden Anteil am Unentschieden anrechnen lassen, haben sie doch gerade auf der rechten Defensivseite Heyde und Schlechta sträflich im Stich gelassen. So wurde die Moabiter Defensive mit einem tollen Pass in die Tiefe überspielt und das Remis für Hansa perfekt gemacht.

Fazit
Moabit hätte mit mehr defensivem Engagement der ersten Verteidigerinnen (das sind übrigens die Stürmerinnen und Flügelspielerinnen) alle drei Tore verhindern können. Die dafür gewählte Umstellung auf zwei Spitzen verpuffte so leider und letztlich darf man sich freuen nicht auch noch verloren zu haben. Ein Lattentreffer für Hansa hielt das Spielglück so auf Moabiter Seite.