Neuer Wind in Moabit.

Kann ein Verein mit dem vorletzten Platz in der Bezirksliga zufrieden sein? Darf man Spielerinnen loben, die in 9 Spielen 11 Tore erzielt und ganze 39 kassiert haben? Sollte man Hoffnung schöpfen, wenn im Team eine große Fluktuation pro Spieltag herrschte?

JA

Es mag befremdlich klingen, doch ist das Bezirksliga-Team einer der wichtigsten Ankerpunkte beim Moabiter FSV. Was bietet das Team? Warum basiert der Moabiter Frauenfußball auf zwei Teams?

Hauptverantwortlich für diese Qualitäten ist der sportliche Leiter Alexander Wegener, der das Team an Spieltagen führt und unter der Woche gemeinsam mit Martin Meyer für attraktives Training im Gesamtverbund sorgt. War das Team in den vergangenen Jahren oft trostloser Anhang der “Ersten”, ist ein spürbarer Umschwung eingetreten. Ja, auch in der aktuellen Saison musste gegen Schmöckwitz ein Spiel abgesagt werden. Ja, auch heute ist der Kader an einigen Spieltagen noch auf Kante genäht. Doch durch die Zusammenarbeit aller Spielerinnen und gegenseitiges Aushelfen kann auf eine erfolgreiche Saison zurück- und in Richtung der kommenden optimistisch ausgeblickt werden.

Moabit beendet die Saison auf Platz 8 von 9, punktgleich mit dem SCC. Durch den Rückzug von Britz während der Saison fehlen leider drei Punkte auf dem Konto, die sich das Team wahrlich verdient hatte. Doch geht es hier um die Tabelle? Nein, es geht um das Team. Es geht um individuelle Entwicklung. Es geht um den Verein als sportliche Gemeinschaft.

Spielerinnen, die zuvor wenig Beachtung fanden, entwickelten sich zu verlässlichen Stützen des Kaders. Britt Schoenrock kehrte nach ihrer Schwangerschaft zurück ins Team und empfahl sich sogleich wieder für die Perspektive Landesliga, zahlreiche Spielerinnen stießen neu zum Team und sammelten erste Erfahrungen: Sophia Bessinger, Pia Brozek, Casy Galander, Stefanie Krauss, Pia Mezzetti, Dora Nonnenkamp, Aneta Pekalska, Sophie Schandock und Co. haben gezeigt, dass in Moabit jede Spielerin herzlich willkommen ist, sozialen Anschluss finden und sich sportlich entwickeln kann. Und auch die “Stammspielerinnen” der “Ersten” haben selbstverständlich ausgeholfen, wenn Not an der Frau war. Ohne Allüren, ohne Kritik an Mitspielerinnen, die ihr Spiel erst noch entwickeln müssen. Mit ganz viel Team!

Für die kommende Spielzeit kann es daher nur ein Ziel geben: Wertschätzung und Förderung der Bezirksligamannschaft als Paradebeispiel für die Moabiter Werte – gemeinsam, divers und spaßbetont. Tabellarisch darf es gerne weiter nach oben gehen, ohne dass es sozial bergab geht.

“Trotz stetig wechselndem Personal (40 eingesetzte Spielerinnen in nur 12 Spielen) zeigte sich das Bezirksliga Team in allen Belangen deutlich verbessert im Vergleich zur Vorsaison und konnte in fast jedem Spiel gut mit dem Gegner mithalten. Eindeutiges Highlight der Saison war sicherlich die Pokalschlacht bei Borsigwalde II, die man in Unterzahl nach Verlängerung für sich entscheiden konnte. Ein Spiel, das wohl lange in den Erinnerungen erhalten bleiben wird.”, resümierte Alexander Wegener abschließend und wirkte zuversichtlich für das kommende Spieljahr.