Pokal-Aus mit gutem Gefühl

Regionalliga trifft auf Landesliga, das wird zweistellig. Hätte man meinen können, haben einige gedacht, hat Moabit aber nicht mitgemacht. In einem hochintensiven Spiel unterliegt das Landesliga-Team dennoch mit 0:3 und beglückwünscht Stern 1900 zum Einzug ins Halbfinale.

Bei frostigen Temperaturen und leicht gefrorenem Kunstrasen war von Anfang an der weitere Spielverlauf zu erkennen. Stern 1900 übernahm sofort die Kontrolle über das Spielgeschehen und schnürte die Moabiter Defensive in der eigenen Hälfte ein. Lisi und Jule in der vorderen Moabiter Reihe kamen kaum ins Spiel und verlegten sich zunächst auf das Lenken der Angriffe in die gewünschten Pressingbereiche. Insofern Moabit zum kontrollierten Ballgewinn kam, waren es dann hauptsächlich Einzelaktionen über die beiden sowie Michelle und Jana am Flügel. Dass die Gäste nicht nach wenigen Minuten bereits ihren Sturmlauf veredeln konnten, lag insbesondere an der konzentrierten Leistung im Abwehrverbund, der Keeperin Pia weitgehend ohne Ballaktionen ins Spiel starten ließ.

Lisi scheitert am Pfosten, Jule zaubert im Zentrum , Jana flitzt am Flügel

Mit zunehmender Spielzeit wurde Moabit etwas mutiger, ohne dabei die Abwehrarbeit zu vernachlässigen und nach zehn Minuten sprang zumindest die erste Ecke heraus. Jule war in dieser Zeit besonders auffällig und beschäftigte teilweise drei Gegnerinnen. Einer der Entlastungsangriffe für Moabit endete mit einem lauten Knall, denn Lisi war frei vor dem Tor an den Ball gekommen und hat mit links die Standfestigkeit des Gehäuses geprüft – Pfostentreffer für das Heimteam in Minute 20 und Moabit witterte Morgenluft!

Bis kurz vor der Pause dann aber erstmal das alte Spiel: Stern am Ball, Moabit gut organisiert in der eigenen Hälfte. Beeindruckend mit welchem Tempo, welcher Genauigkeit und vor allem wie selbstverständlich die Stern-Akteurinnen den Ball durch die eigenen Reihen laufen ließen und das Moabiter Aufbauspiel in der Umkehrbewegung konsequent unterbanden. Wäre da nicht Janas Tempo… Nach 42 Minuten zündete sie den Turbo und stürmte über rechts ihren Gegnerinnen davon. Die Hereingabe von der Grundlinie kam anschließend in den Rückraum und Stern konnte klären – Moabit bleibt dran an der Sensation!

Stern mit zwei Standards in drei Minuten auf der Erfolgsstraße

Mit dem Seitenwechsel blieb Moabit konzentriert und erarbeitete sich situativ Möglichkeiten für Gegenstöße. Einen per Foul unterbundenen wollte Jule anschließend für einen Freistoßtreffer aus 30m nutzen – Sterns Schlussfrau hatte da aber etwas gegen einzuwenden. Und dann…

…spielt das Schicksal Kniffel und schmeißt Mareike die Würfel vor die Beine – oder den Ball aufs Knie. Eine Ecke (59.) segelte hoch in den Strafraum und die starke Innenverteidigerin fälschte den Ball unglücklich ins eigene Tor ab. Immerhin: Moabit erzielte das erste Tor des Spiels, auch wenn der Torschützin nicht zum Lachen zumute war. Als wäre das nicht schon ärgerlich genug, segelte drei Minuten später ein Freistoß, getreten von halblinks durch Maren Gaese durch den Moabiter Strafraum und rutschte im langen Eck ins Tor. Stark getreten, aber zwei Standards tun der Moabiter Seele doch sehr weh.

Natürlich war das Spiel mit dem zweiten Treffer binnen kurzer Zeit vorentschieden, doch Moabit blieb dran und warf sich weiter ins Spiel. Mit Mia und Linda durften die beiden Eigengewächse – im Vorjahr noch in der U17 auf Kleinfeld unterwegs – auch noch gegen den Regionalligisten an den Ball. Mia räumte genau wie Hanyah zuvor auf der Sechs auf und Linda sorgte für merklich Unruhe in Sterns Abwehr. Nein, Moabit war nicht drauf und dran eine Aufholjagd zu starten, aber völlig entspannen durften sich die Gäste auch noch nicht – ist ja schließlich Pokal!

Stern erhöht, Moabit feiert sich

Endgültig zu war der vorweihnachtliche Sack dann aber in der 77. Minute, als Stern sich in den 16er durchspielen und doch noch mal treffen konnte. Pia zeigte im Tor eine herausragende Leistung, sowohl auf der Linie als auch beim Herauslaufen und am Ball, aber am Ende war Stern abgezockter und völlig verdient das erfolgreichere Team. Das Moabiter Trainer:innen-Team gab anschließend noch Charlene, Nina und Lea die Gelegenheit auf Pokalspielzeit und alle drei zeigten, dass sie sich nahtlos in die tolle Moabiter Teamleistung einreihen konnten – Kompliment!

“Unser Team hat heute bewiesen, dass es mit den Spielerinnen der Regionalliga zwar nicht auf Augenhöhe ist, aber über lange Zeit mithalten und punktuell ärgern kann. Alle Spielerinnen sind an die persönliche Leistungsgrenze gegangen und Sonderlob ist fast unangebracht. Dennoch möchte ich mit Jule, Michelle, Mareike und Eva Spielerinnen hervorheben, die heute exemplarisch für unser Spiel standen: mutig, leidenschaftlich, willensstark und konzentriert!”, fasste Trainer Martin sichtlich begeistert den Moabiter Auftritt zusammen.

Was bleibt: eine gehörige Portion Adrenalin, Stolz auf die couragierte Leistung und ein statistisches Schmankerl – kein Team ist im Viertelfinale mit weniger Gegentoren ausgeschieden. Moabit überzeugt also weiterhin als geschlossene und kompakte Einheit auf und neben dem Platz. Den zahlreichen Mitspieler:innen und Fans am Seitenrand sei für die tolle Unterstützung, Tee und Glühwein sowie einen tollen Teamgeist gedankt. #moabeat

Am Wochenende stehen die Partien gegen das Spitzenteam vom SC Charlottenburg in der Landesliga sowie gegen die starken Gäste von Türkiyemspor II in der Bezirksliga an. Wir drücken die Daumen – nach so einer Pokalnacht kann doch gar nichts schiefgehen. #fingerscrossed

Fotos: Moabiter FSV | Fragen & Anmerkungen? Schreib uns!

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